"Alkohol!"

ein Stück über Sehnsucht, die zur Sucht wird
Leseprobe: "Nein!"

Leseprobe:
"Alkohol"

1 Dame, 1 Herr
1Durchsteher
75 Minuten

Premiere: März 2010
Weimarer Kultur-Express
(Tournee ´10 - ´12)
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Leseprobe: "Freistunde"
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bei Theaterstückverlag erschienen

Fotogalerie: "Alkohol"

Pressespiegel "Alkohol"


Inhalt

Stefan hat Sehnsucht nach Anerkennung und Freiheit. Er sucht sich selbst zwischen der übergroßen Liebe der Mutter, die ihn immer noch als kleinen Jungen sehen will, den strengen Regeln des Vaters, der ihn durch Verbote und Strafen erziehen will, und der Ablehnung seiner Schulkameraden, die ihn für ein Muttersöhnchen halten.

Steffis alleinerziehende Mutter hat für sie keine Zeit. Zu früh muss Steffi erwachsen und für ihr Leben selbst verantwortlich sein. Sie sehnt sich nach Leichtigkeit, Geborgenheit und Liebe.

Alkohol wird für die beiden ein Synonym für Freiheit und Lebenslust: Party, Clique, Spaß und Entspannung von der Schule und dem Erwartungsdruck, der auf ihnen lastet. Was als „feucht-fröhlicher“ Spaß beginnt, wird schnell bitterer Ernst. Steffi sucht einen Ausweg, und scheint ihn zu finden. Doch am Ende ist der Alkohol stärker, das Stück endet tragisch, das Ende aber bleibt offen.

Leseprobe

7. Szene

(Auf der Straße. Abends. Verkehrsgeräusche. Von drinnen hört man Musik, es herrscht gute Stimmung. Plötzlich torkelt Steffi nach draußen. Sieht sich schnell su­chend um, stürmt dann quer über die Bühne und übergibt sich in die Seitenbühne. Stefan kommt raus, sucht sie.)

Stefan:      Hey, alles klar mit dir?

Steffi:        Gar nichts ist klar. (übergibt sich nochmals) Is mir schlecht.

Stefan:      Schlimm?

Steffi:        Wonach sieht es denn deiner Meinung nach aus?

Stefan:      Du siehst schlimm aus.

Steffi:        Danke. Genau das, was ich jetzt hören wollte. Mann, ist mir schlecht. Keine Ahnung, was los ist.

Stefan:      Na ja, vielleicht…

Steffi:        Vielleicht, was?

Stefan:      Du hast ja ganz schön gebechert…

Steffi:        Orangensaft! Ich hab die ganze Zeit Orangensaft getrunken!

Stefan:      Ich mein ja nur.

Steffi:        Du meinst was?

Stefan:      Nichts. Schon gut. Geht es dir besser?

Steffi:        Du meinst was? Los, raus mit der Sprache.

Stefan:      Felix hat dir vielleicht ein bisschen Wodka…

Steffi:        Spinnst du?

Stefan:      Ich hab nichts damit zu tun. Ich hab doch gar nichts gemacht. Brauchst du mich gar so anschnauzen.

Steffi:        Wie viel?

Stefan:      Was, wie viel?

Steffi:        Mit wie viel Wodka wolltet ihr mich denn abfüllen?

Stefan:      Keine Ahnung… Felix hat halt immer ein bisschen aufgefüllt.

Steffi:        Und du hast einfach zu gesehen?

Stefan:      War doch nur ein Spaß. So viel war das gar nicht. Wir konnten doch nicht ahnen, dass du gleich kotzt.

Steffi:        Von Felix ist ja nichts anderes zu erwarten. Aber das du da auch mit machst…

Stefan:      Ich war das doch gar nicht, ich…

Steffi:        Lässt Felix von meinem Glas trinken, damit er es mit Wodka auffüllen kann. Toller Freund. Warum lässt
du ihn mich nicht gleich küssen, damit ich kotze. Würde dir das gefallen?

Stefan:      Er hat dein Glas doch gar nicht angefasst, dass war ich…

Steffi:        Aber ich hab doch gar nichts gemacht, ich kann doch gar nichts dafür…

Stefan:      War doch nur Spaß! Tschuldige. Konnte ja nicht ahnen, dass du gleich so austickst.

Steffi:        Du bist echt ein Idiot! Weißt du das?

Stefan:      Ja, weiß ich.

Steffi:        Na, dann ist ja gut.

(Pause)

Stefan:      Du zitterst ja.

Steffi:        Mir ist kalt.

Stefan:      Wollen wir wieder rein?

Steffi:        Mir ist schlecht.

Stefan:      Soll ich dir eine Jacke holen?

Steffi:        Ja, nein. Ich will nach Hause.

(Pause)

Steffi:        Du bist echt ein Idiot. (Pause) Du?

Stefan:      Mhm?

Steffi:        Kommst du mit zu mir?

Stefan:      Und deine Mutter?

Steffi:        Ach, die. Die ist auf einem Kongress in Zürich. Die ist doch immer irgendwo auf irgendeinem Kongress.
(Pause)Ich möchte jetzt nicht allein sein. Wär schön, wenn du noch mit zu mir kommst.

Stefan:      Echt? Klar, kein Problem. (Pause) Soll ich unsere Jacken holen?

Steffi:        Mhm.

Stefan:      Bin gleich zurück. Hol nur die Jacken und trink schnell das Bier aus. (Bö­ser Blick von Steffi) Ich hole nur
die Jacken. Das Bier hat sicher schon Felix ausgetrunken. (geht ab)

Steffi:        Mann, ist mir schlecht.

(Black)

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