clara.francesco

Home Ensembles Inhalt Fotos
Alle inhaltlichen und Rechtschreibfehler sind den Originaltexten der Kritiken entnommen!
(Bildrechte bei G. Werner/ MZF Bonn)

MusikTanzTheater

Neue Osnabrücker Fotos von der Tour ´06
Morgenpost
Fotos von der Generalprobe
Augsburger Allgemeine Fotos Theater Osnabrück ´08
Fotos von der Premiere in Köln Schwäbische Zeitung
Fotos vom Katholikentag ´08
Ruhr Nachrichten

Rheinpfalz

workshops

Eindringlichkeit im ganzen Gotteshaus

MusikTanzTheater rüttelt Publikum im Dom auf
Eine ungewöhnliche Performance erlebten zahlreiche Besucher am Sonntagabend im Speyerer Dom. Zu Gast war das "MusikTanzTheater clara.francesco", eine Gemeinschaft von Künstlern, die auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner seit dem Weltjugendtag durch Deutschland und Europa tourt.

Unter der Leitung von Barbara J. Lins gaben junge Tänzer und Musiker der von Eva-Maria Keller als KLara von Assisi und Patrik Tavanti, dem "Anwalt der Erde" gesprochenen Wort Gestalte in Tanz und Musik. Dazu nutzte das Esemble "Exodus" den gesamten Raum des Gotteshauses, trat zunächst heraus aus den Kirchenbänken in den Mittelgang, um sich von dort aus den ersten Altarstufen zu nähern.

2003
Klara - im Büßergewand - zitierte den Heiligen Franz von Assisi, mit dem sie sich Zeit ihres Lebens verbunden fühlte: "Es muss irgend jemand gegen den Hass lieben." Die Fragen des Anwalts der Erde jedoch wollen die Menschen unserer Zeit treffen. So wurden die Zuschauer immer näher an das Stück herangeführt, fast mit gezogen. Der Dynamik der Auseinandersetzung verliehen die beiden Musikgruppen "opera nova" und "Sax n´ drums" ihre musikalische Stimme, die sich eindringlich ins fast Unerträgliche steigerte.

Diese sensible Kombination von Tanz, Musik und Wort in der Auseinandersetzung um Befreiungstheologie und Mystik bot sowohl den Blick in eine andere als auch in die reale Welt voller Hoffnung und Schmerz.
Besonders beeindruckend gelang die Brücke in der choreographischen Darstellung der Huren, die sich am Ende erhoben gegen Hass und Unterdrückung.
Der "Tanz der Steine" trug die Besucher akustisch wie visuell in eine Welt, der "weder Tier- noch Menschenleben heilig" sind. Hektik und Rastlosigkeit machten sich breit im Altarraum des Kaiserdoms.

Musikalisch und tänzerisch äußerst präsent wurde die Bedrohung der Erde durch Umweltzerstörung und Unmenschlichkeit deutlich,

Verstrickungen wurden fast unlösbar. "Gott ist die Hoffnung der Armen", rief Klara. Und schon befreiten sich die Tänzer aus den Netzen und folgten der Verheißung.
"Wir sind die Vision und die Wirklichkeit von morgen", mahnte der Anwalt abschließend zur Umkehr.

(Ellen Korelus-Eruder, RP, 16. Mai 2006)

oben

Morgenpost

Clara und Franziskus von Assisi
in Musik und Tanz

Im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen musikalisch-tänzerischen Inszenierung stand am Sonntag im Dom das Lebenswerk der beiden Heiligen Clara und Franziskus von Assisi. Dabei zeigte das MusikTanzTheater "clara.francesco" Clara von Assisi in einem Gespräch mit dem sogenannten Anwalt der Erde, einer Gestalt, die ihr Leben aus der Perspektive heutiger Menschen kritisch hinterfragte.

Clara, die zeitlebens mit Franziskus von Assisi verbunden war, erzählte von ihrem und von seinem Leben. Die Dynamik, die sich in der Auseinandersetzung um den Lebensentwurf der beiden entwickelte, wurde mit Musik und Tanz umgesetzt.

(mp, Foto:eib)

oben

Schwäbische Zeitung

"Ihr seid die Vision von heute"

Bonlanden - Das Musik- und Tanztheater "clara.francesco" hat im Kloster Bonlanden das Lebenswerk der beiden Heiligen Clara und Franziskus von Assisi gezeigt. Schüler der Realschule Erolzheim wurden von den Akteuren der ungewöhnlichen Inszenierung in Workshops auf die anspruchsvolle Aufführung vorbereitet.

"Ihr seid die Vision von heute. Ihr seid die Wirklichkeit von Morgen." - mit dieser Botschaft verabschiedete sich die Künstlergruppe von ihrem jugendlichen Publikum. Zuvor hatten die Tänzer eineinhalb Stunden ausdrucksstark getanzt, die Schauspieler mit ihren Texten das jugendliche Publikum angesprochen und die Musikgruppe für den passenden musikalischen Hintergrund gesorgt.

Gezeigt wurde das Leben von CLara von Assisi. Sie spricht mit dem "Anwalt der Erde", einer Gestalt, die das Leben der Heiligen aus der Perspektive heutiger Menschen kritisch hinterfragt. Clara gibt Antwort. "Es gibt nur eines was dem Leben Sinn gibt: Lieben." Im Zwiegespräch mit dem provokanten "Anwalt der Erde", bezieht sie eindeutig Stellung: Der Lebensentwurf der mittelalterlichen Heiligen ist noch heute aktuell und kann in der Gegenwart einer kälter werdenden Gesellschaft Hoffnung geben. Die Spannung zwischen Kampf um Gerechtigkeit und Traum von Frieden wurde durch die Tanzgruppe "Exodus" dargestellt, das Publikum immer wieder in die Auseinandersetzung einbezogen. Die Kombination aus Tanz, Musik und Wort führte den Zuschauer in eine andere Welt, eine Welt, die zugleich auf der Bühne erschien.

"Es war eine Künstlerisch sehr anspruchsvolle Aufführung. Doch ich glaube meine Schülerinnen und Schüler konnten etwas für sich mitnehmen", sagte Herbert Schlegel, Rektor der Realschule Erolzheim. Die Realschule hatte die Aufführung mitorganisiert. In Tanz- und Themenworkshops hatten die Künstler die Erolzheimer Schüler auf die spirituelle Performance vorbereitet.

Die 20 Mitwirkenden von "clara.francesco" touren auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner seit dem Weltjugendtag durch Deutschland und Europa.

(sz, B. Weiß)

 

Neue Osnabrücker Zeitung

Visionen einer besseren Welt

Tanzperformance „clara.francesco“ im Theater am Domhof

 OSNABRÜCK. Das Tanzen bringt nichts, findet der Mann in Schwarz. „Tanzt, bis eure Füße bluten“, herrscht er die Tänzerinnen – in seinen Augen „Traumtänzerinnen“ – an. Doch Clara von Assisi sieht das anders. Es müsse jemand gegen den Krieg singen, gegen den Hass lieben und gegen den Tod leben, sagt sie.

 

In „clara.francesco“ geht es um Clara von Assisis Visionen für eine bessere Welt, die nach dem Vorbild von Franz von Assisi ihren reichen Elternhaushalt verließ, um stattdessen ganz einfach und in Armut zu leben. Seit dem Weltjugendtag 2005 tourt eine Gruppe der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn mit der Tanzperformance durch die Lande und trat auch beim Katholikentag im Theater am Domhof auf.

 

Größtenteils besteht das Stück aus ausdrucksvollen Tanzszenen, die Barbara Jeanne Lins choreografiert hat. Dazwischen treten die Schauspieler Beate Kurecki als Clara und Patric Tavanti als ihr Antagonist auf und führen einen Disput. Lieben könne sie nur, wenn sie sich von allem Besitz trenne, sagt Clara. Wie grausam Armut sein kann, führt ihr Gegenspieler ihr vor Augen: Unterbezahlte Arbeiterinnen auf Kaffeeplantagen, Menschen, die ihren Körper verkaufen müssen.

 

Doch Clara von Assisi lässt sich nicht beirren. Sie verweist auf die Menschen, die den Armen helfen. Sie glaubt daran, dass eine neue Welt gebaut werden kann. Und kaum sagt sie das, setzen das die sechs Tänzerinnen in Bewegung um. Besonders zeigt das eine Szene, in der sich die sechs Tänzerinnen buchstäblich in einem selbst gemachten Netz aus Angst und Lügen verstricken.

 

Ganz ohne Worte kommt dieses „MusikTanzTheater“, wie die Macher es nennen, nicht aus. Und so tritt Clara von Assisi am Ende an den Bühnenrand und fordert das Publikum auf, eine neue Welt aufzubauen: „Ihr seid die Vision von heute und die Wirklichkeit von morgen.“

 

In sich stimmig, zeigt das Stück eine Heilige als Rebellin ihrer Zeit, die gegen Konventionen aufbegehrt. Ob die Botschaft auch in der Realität außerhalb der Bühne verwirklichen lässt und ob die Kirche selbst diesen Forderungen überhaupt entspricht, sei dahingestellt. Darum geht es in dem Stück auch nicht. Dort steht eines im Mittelpunkt: Clara von Assisis Utopie von einer gerechten und damit besseren Welt.

(Anne Reinert, NOZ, 24.05.2008)
oben
oben

Augsburger Allgemeine

Die Botschaft ist angekommen

Nördlingen (uk) - Musik, Tanz und Theater: Drei Begriffe, mit denen die meisten Menschen wohl zunächst eines verbinden - Unterhaltung. Unterhaltung jedoch gibt es im Fernsehen am Samstagabend genug. Wozu dann in eine kalte Kirche gehen auch noch Geld dafür bezahlen? So blieben bei dem „MusikTanzTheater - Clara.Francesco“ zum Abschluss der Nördlinger Orgeltage in St. Georg viele Plätze leer. Doch gutes Theater will mehr sein als bloße „Unterhaltung“. So war das, was geboten wurde, zwar „schön“ anzuhören und anzuschauen, hatte aber, vor allem als Performance einer christlichen motivierten Gruppe, den Anspruch, zum Nachdenken anzuregen.

Schauspieler und Tänzerinnen

Und diesen Anspruch erfüllte das Ensemble, bestehend aus zwei Schauspielern und den Tänzerinnen um Barbara Lins, in vollem Maße. Das Tanzensemble setzte dabei die Texte der beiden Protagonisten mit den Mitteln des modernen Ausdruckstanzes um, ohne in deren Rollen zu schlüpfen, und vermochten es, bei den Zuschauern vielfältige Assoziationen zu wecken, ohne sie zu gängeln.

Zwischen zwei Polen spielte sich der Disput über den Sinn von Armut, das Ziel von Liebe und die Vision von einer besseren Welt ab: Der Mann in Schwarz, mit seidig glänzendem Hemd (überzeugend und mit viel Energie gespielt von Patrick Tavanti) ist der Mensch von heute: weltoffen, selbstbewusst, kritisch, intelligent und gerne im Vordergrund stehend - was auch auf der Bühne deutlich zum Ausdruck kam.

Die Frau in Weiß

Dagegen die Frau in Weiß, Clara von Assisi, wie sie vielleicht heute gekleidet wäre: in einem schlichten Kleid und mit einer einfachen Jacke, gespielt von Beate Kurecki, die die Facetten zwischen Verklärtheit und Bestimmtheit mit Bedacht auslotete. Äußerlich eher schüchtern, hält sie sich scheinbar im Hintergrund.

Doch innerlich überzeugt von ihrer Vision ist sie die Überlegene: Der Mensch von heute begreift nicht, warum Clara dem Reichtum ihres Elternhauses und den Annehmlichkeiten der Oberschicht entflieht, um in Armut und ehelos zu leben: „Hast du denn keine Sehnsucht nach Berührung, nach Liebe?“

Die Liebe des Lebens

Doch Clara hat die Liebe ihres Lebens gefunden, Francesco von Assisi (der im Stück nie als Person auftaucht, über den man aber trotzdem viel erfährt) hat sie ihr gezeigt. Und sie erzählt von der Begegnung Francescos mit einem Aussätzigen: Wie er in dem Ausgestoßenen, Gezeichneten einen liebenswerten Menschen entdeckt, wie sein Ekel vor der Lepra abfällt, wie er diesen Menschen umarmt und küsst.

Mit Blick auf den franziskanischen Lebensstil, der unter anderem in der gesamten Schöpfung (und wie geschunden und missachtet sie ist, wurde im eindrucksvoll geflüsterten Klagelied der Erde deutlich!), den Menschen, Pflanzen und Tieren, ja sogar in den scheinbar leblosen Steinen Brüder und Schwestern sieht („Selbst der Stein wird warm in deiner Hand, wenn du ihn lange genug hältst!“), tanzte sich das Ensemble durch Einsamkeit, Armut, Hektik und Verstrickungen. Besonders eindrucksvoll der Tanz „Kreuz und quer“ als lebendes Fadenspiel ohne Ausweg. Man umtanzte die Schauspieler und das Publikum, es ging bis hin zu Jesu Tod am Kreuz (eine schöne Idee, an dieser Stelle im Hintergrund den Hochaltar von St. Georg zu beleuchten) und darüber hinaus zur Auferstehung und zum Lobpreis.

Langer Applaus

Das Publikum dankte den Ausführenden mit einem langen Applaus: Der Funke war übergesprungen, die Botschaft angekommen.

(AA, 14.10.2008)

oben

Lieben gibt Leben einen Sinn

WERNE Das Publikum in der Klosterkirche erlebte am Sonntagnachmittag eine ungewöhnliche Performance. Das MusikTanzTheater "clara.francesco" war zu Gast und wartete mit ihrer insgesamt 18. und letzten Aufführung mit einer guten Mischung aus Tanz, Musik und Theater auf.

Wir sind geboren, um berührt zu werden, um gewärmt zu werden und um zu wärmen, um geliebt zu sein und um zu lieben, ruft Clara ins Publikum.

Die Zuschauer dankten es ihnen mit minutenlangem Applaus und stehenden Ovationen. "Ihr habt uns eine gute Botschaft gebracht", schloss Pater Suitbert Telgmann nach dem rund eineinhalbstündigen Programm geprägt von Dynamik und Lebendigkeit und dankte den Darstellern des MusikTanzTheaters.

Worte des Dankes fanden auch Vertreter der Missionszentrale der Franziskaner, die den Darstellern mit Paprika- und Peperonipflanzen ein ungewöhnliches Präsent überreichten: "Gratulation und Dank dafür, dass ihr 18-mal eure Stimme, Bewegung, Geist und Seele hergegeben habt als Gefäß für die Botschaft von Franziskus und Clara."

Vision - Berührung - Tanz

Das Stück war durch drei Motivworte durchzogen: Vision - Berührung - Tanz und dargeboten in den Sprachen, der Musik, der Bewegung und des Tanzes. "Gerade die Ausdrucksweise des Tanzes vermag die Beschwingtheit zu verdeutlichen, die die Menschen erfahren, die sich auf Franziskus und seine Botschaft einlassen", führte Pater Suitbert zu Beginn in die Aufführung über die beiden Heiligen und dem Gespräch zwischen Clara und dem "Anwalt der Erde" ein.

Der "Anwalt der Erde" (Patric Tavanti) hinterfragte das Leben der Heiligen Clara von Assisi (Beate Kurecki) und ihrer radikalen Umkehr mit einem Leben in Armut aus der heutigen Perspektive kritisch. Die Auseinandersetzung erfolgte mal friedlich, mal dynamisch. Neben den beiden Darstellern Patric Tavanti und Beate Kurecki gehörte noch eine siebenköpfige Tanzgruppe zum Ensemble, die den Worten durch Tanz und Bewegung eine tiefere Dimension gab.

Entscheidung für ein Leben in Armut

Der "Anwalt der Erde" konfrontierte Clara mit den Fakten unserer aktuellen Weltlage. Die Heilige Clara begegnet den Fragen besonnen mit Zitaten ihres Vorbildes, des Heiligen Franziskus, und übertrug schließlich ihre Entscheidung für ein Leben in Armut und Abstinenz auf die heutige Generation. Unmissverständlich antwortete Clara: "Es gibt nur eines, was dem Leben Sinn gibt: Lieben."

Das bewegende Stück endete mit einem Appell der Heiligen Clara. Sie richtete ihren Blick auf die Zuschauer und drückte auf den Auslöser einer Kamera, während sie sprach: "Ihr seid die Vision von heute und die Wirklichkeit von morgen". Damit gab sie ihrer Botschaft ein klares Bild und konkrete Gesichter.

(RN, Mareike Kneip am 21. September 2009)

oben
Nach 18 Vorstellungen in 4 Jahren heißt es zum letzten Mal Abschied nehmen von "clara.francesco"... oben