Die Judenbank

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Plakat: "Die Judenbank"

"Die Judenbank" von R. Massag, Poetenpack,
Prem.: 09.11.02
Aufführungen in Potsdam, Magdeburg und Berlin
(Finanzierung: Land Brandenburg, Senat von Berlin, Jüdisches Museum Berlin, DaimlerChrysler)

Lars Wild als Dominikus
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Was geschah, ist eine Warnung. Sie zu vergessen, ist Schuld. Man sollte ständig an sie erinnern. Es war möglich, dass dies geschah, und es bleibt jederzeit möfglich. Nur im Wissen kann es verhindert werden.

(Karl Jaspers)

Wer kann sagen, wo Kälte und Gleichgültigkeit aufhören und das Verbrechen beginnt?

(Laurence Rees)

Der Autor

Reinhold Massag ist am 03.01.1943 in Gablonz/ Böhmen geboren. Der im Allgäu beheimatete Schauspieler war an vielen deutschen Bühnen engagiert, u.a. in Memmingen, Augsburg, Coburg, Tübingen, Landshut und Gießen. Er arbeitete in den letzten Jahren verstärkt als Gast und trat u.a. mit eigenen Solo-Programmen auf. Zuletzt lebte er als freier Autor und Schauspieler in Marktoberdorf. Er starb am 11.06.1999 in Malsch.

Stücke, Preise, Auszeichnungen

R. Massag schrieb zahlreiche Stücke und Drehbücher.

  • "Die Judenbank" (Theaterstückverlag)
  • "St Nikolaus in Not (Suhrkamp)
  • "Grynspan" (VVB)
  • u.v.a.
Er erhielt außer dem "Förderpreis der Bayrischen Theatertage in Hof" weitere Auszeichnungen, wie z.B.:

  • Kinder- und Jugendtheaterpreis (BaWü)
  • Sebastian-Sailer-Preis des Schwäb. Volstheaters und den
  • Landesbühnenpreis (für Einakter)
Die SZ schreibt über "Die Judenbank":

Den leisesten und überzeugendsten Text zum Thema Nationalsozialismus hat der Schauspieler Reinhold Massag geschrieben: "Die Judenbank", ein anrührendes, fein gearbeitetes Einpersonenstück, erzählt die Geschichte von dem einfachen, schwerversehrten Dorfbewohner Dominikus, der eines Tages nicht mehr auf seiner Lieblingsbank sitzen darf, weil darauf ein Schild prangt: "Nur für Juden". Dominikus versteht die Welt nicht mehr und fängt an, über die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das Leben in seinem Dorf nachzugrübeln. Die tragikomische Pointe: Der kleine Mann beschließt, Jude zu werden, um seine "banklichen Rechte" zurückzuerhalten. Das soll ihm zum Verhängnis werden.

(Süddeutsche Zeitung, 1995)

Erste Gedanken zur Inszenierung

Auf der ansonsten leeren Bühne sitzt Dominikus Schmeinta auf einer Bank, neben sich hat er einen Koffer. Er ist bereit zur Abreise, obwohl die Verlegung erst morgen statt finden soll. Er sitz auf seiner Bank und beobachtet die Patienten und Besucher der Heil- und Pflegeanstalt wie sie im Garten umhergehen.

In seinem Koffer befinden sich all seine Habseligkeiten und Erinnerungsstücke, die er im Verlaufe des Stücke herrausholen wird, um mit ihnen seine Geschichte zu erzählen.

Zu Beginn des Stückes wendet er sich an die Zuschauer, als wären sie Besucher, die sich im Garten auf eine der Parkbänke zu ihm gesetzt hätten. Er zieht sie in seine Welt hinein und beginnt von sich und seinen Erlebnissen zu erzählen, die ihn hier her gebracht haben. Am Ende schließt er wieder seinen Koffer und geht ab. Es bleibt die leere Bank mit der Aufschrift: "Nur für Juden"...

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