Pressestimmen

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Pressestimmen zur Uraufführung

an der Landesbühne Sachsen-Anhalt Lutherstadt Eisleben

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Uraufführung: 16.Februar 2012
Regie: Ann-Kathrin Hanss
Thomas: Thimothy Nicolai
Andy: Christian Steinborn
Mitteldeutsche Zeitung Super Sonntag MZ (Eisleben) MZ (Halle) Super Sonntag II

Mitteldeutsche Zeitung

Eisleben erlebt Weltpremiere

EISLEBEN/MZ. Die Landesbühne Sachsen-Anhalt in Eisleben steht morgen vor einem besonderen Ereignis. In Anwesenheit von Autor Patric Tavanti präsentieren Regisseurin Ann-Kathrin Hanns sowie ihre beiden Protagonisten Timothy Nicolai und Christian Steinborn im Foyer die Welturaufführung von "Keine Chance", ein Stück über Rechtsextremismus. Geschrieben hat es der 43-jährige Tavanti schon 2003. Gespielt hat es bisher noch niemand. "Das Thema sei nicht aktuell, habe ich immer wieder zu hören bekommen", erzählt der Berliner. Wie falsch Intendanten, Dramaturgen und Regisseure damit lagen, beweisen die Erkenntnisse über das Zwickauer Neonazi-Trio.

Tavanti ist in der Lutherstadt kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 war er am Eisleber Theater engagiert, bevor ihn sein Weg über Freiberg in Sachsen, Bremen, Bad Oeynhausen, Minden und Weimar nach Berlin führte. Dort unterrichtet er an einer Schauspielschule in den Fächern Musical und Pantomime, arbeitet als Synchronsprecher und zudem in zahlreichen Projekten. Über das Eisleber Theater informiert er sich auf dessen Internetseite. "Als vom Verlag die Anfrage kam, dass Eisleben mein Stück uraufführen möchte und ob ich dem zustimmen würde, habe ich sofort Ja gesagt", sagt Tavanti.

"Und jetzt bin ich ganz gespannt, wie es die Kollegen hier umsetzen." Kleine Stücke habe er schon als Kind und Jugendlicher geschrieben. Sogar ein Roman lag schon vor Beginn des Schauspielstudiums fix und fertig in der Schublade. Mittlerweile ist "Oder du stürzt ins Nichts" vergriffen.

Auch der Roman erzählt die Geschichte junger Leute, allerdings aus einem anderen Blickwinkel als "Keine Chance". Was beide eint: "Es geht um die Fragen, wer ich bin, wo ich hin will und wer meine Vorbilder sind", sagt der Autor. Dass er sich in seinen Geschichten vor allem der jungen Generation widmet, habe auch damit zu tun, dass er bei seiner Arbeit immer wieder mit dieser zusammentreffe.

 Beim Weimarer Kulturexpress ist er mit dem Einpersonenstück "Crazy" von Schule zu Schule gezogen. Nach jeder der 154 Vorstellungen habe es ein Gespräch mit den Mädchen und Jungen gegeben. Da gab es deren Sorgen und Nöte quasi aus erster Hand. Und so weiß Tavanti: Rechtsextremismus ist allgegenwärtig. Auch dann, wenn die Meldungen darüber manchmal am Ende der Nachrichten oder auf den hinteren Seiten stehen. Dass ein Großteil der Eisleber Vorstellungen bereits ausverkauft ist, freut ihn. Aber: "Von dem, was auf der Bühne zu sehen sein wird, ist ja nur ein kleiner Teil von mir. Letztlich ist es der Erfolg des Ensembles, wenn das Stück beim Publikum ankommt." Und freilich auch bei ihm.

Die Premiere morgen um 10 Uhr ist ausverkauft. Eine weitere Vorstellung gibt es ab Sonnabend, 19.30 Uhr.

(Quelle: Detlef Liedmann http://www.mz-web.de, 14.02.2012)

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Super Sonntag

Spannend wie ein guter Krimi

Lutherstadt Eisleben (as). An der Landesbühne Eisleben laufen derzeit die Proben auf Hochtouren, für die Uraufführung am 16. Februar. Uraufgeführt wird „Keine Chance“ von Patric Tavanti. Das Schauspiel setzt sich auseinander mit Gewalt bei Jugendlichen, Ausländerfeindlichkeit und Treuebruch.

Thomas (Timothy Nicolai) war drei Jahre in Haft, damit ist sein großer Traum, Pilot bei der Bundeswehr zu werden, für immer erledigt. In Haft für einen Mord, den er nicht begangen hat. Schließlich lautete sein Lebensmotto:„Knochenbrechen ist okay, Totschlag kann passieren, aber kein Mord.“ Er beginnt den Mörder zu suchen, stößt auf Andy (Christian Steinborn), einen seiner Freunde vor der Haft.

„Keine Chance“ meint das verpfuschte Leben der beiden Protagonisten. Eine riesige Chance allerdings tut sich für die beiden jungen Schauspieler auf. In dem etwa 80minütigen Schauspiel sind beide ständig präsent auf der Bühne, müssen die Spannung halten. Regisseurin Ann-Kathrin Hanss: “Beide sind so verschiedene Schauspieler. Beide haben voneinandergelernt und einen großen Schritt nach vorn getan.“ Ihre Empfehlung:“ Das ist zwar ein Stück über Jugendliche, aber es geht uns alle an!“

(Quelle: Andrea Stange, Super Sonntag, 13.02.2012)

Noch wird geprobt und es gibt immer wieder Anweisungen
von Ann-Kathrin Hanss (Regie) an Timothy Nicolai und Christian Steinborn. (Foto: Andrea Stange)
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Mitteldeutsche Zeitung

Gewalt lässt «Keine Chance»

EISLEBEN/MZ. Gewalt unter Jugendlichen, Gewalt gegen Minderheiten und Schwächere - die Nachrichten reißen nicht ab. Jeder kennt das Phänomen, die Gutmenschen mahnen, die Zielgruppe stöhnt entnervt. Selbst wenn man davon ausgehen kann, dass viele Jugendliche eigene Gewalterfahrungen haben, sprechen sie doch nicht gern darüber. Auch am Freitagvormittag, nach der Vorstellung von Patric Tavantis eben an der Landesbühne Eisleben uraufgeführtem Jugendstück "Keine Chance", war das nicht anders.

Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn das Stück wie im vorliegenden Fall gut und die Inszenierung (Regie: Ann-Kathrin Hanss) packend ist. Dann, darf man hoffen, werden die Diskussionen nach dem Ende der moderierten Debatte in kleineren Kreisen beginnen. Der Schauspieler und Autor Patric Tavanti, 1968 in Berlin geboren und von 1997-99 an der Landesbühne Eisleben engagiert, hat in seinem Zweipersonenstück eine sehr dichte, schlüssige und auch packende Geschichte über Gewalt und ihre Folgen erzählt.

Thomas (Timothy Nicolai) und Andy (Christian Steinborn) begegnen sich in einem Schuppen, der ihrer Clique als Treffpunkt für ihre Saufgelage dient. Thomas ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er drei Jahre wegen Mordes an einem Albaner saß.

Andy begrüßt Thomas als den unangefochtenen Chef, doch man merkt schnell, dass etwas nicht stimmt zwischen den Beiden. Thomas, der aus einer zerbrochenen Familie kommt, ist für einen Mord bestraft worden, den er nicht begangen hat. Und Andy, der weichlich wirkende zweite Mann in der Gruppe, hat offensichtlich etwas zu verbergen. Er kommt aus "gutem Hause", sein Vater ist Rechtsanwalt und hat den Junior noch jedes Mal herausgeboxt, wenn der in Schwierigkeiten steckte. So muss es auch damals gelaufen sein, als die Gruppe sturztrunken aufbrach, um Albaner zu verprügeln. Am Ende hatte einer von ihnen einen der verhassten Fremden umgebracht. Thomas war es nicht. Aber sein Auto war die Waffe gewesen. Und Thomas kam in den Knast.

Die Inszenierung und das konzentrierte Spiel der Darsteller bauen die Spannung geschickt auf. Zugleich wird ein plausibler Fall durchdekliniert, ohne allzu didaktisch die psychologische Keule zu schwingen: Woher rührt Gewalt, woher kommen jene, die sie ausüben? Thomas hat zu Hause selbst Gewalt erlebt, die vom trinkenden Vater ausging. Sein Held dagegen ist der Großvater, ein Flieger, der England bombardierte.

Dem klassischen Neonazi-Bild des grölenden und prügelnden SA-Verehrers entsprechen beide nicht. Angst vor ihnen kann man allerdings haben. Zumal vor Andy, dem kühl kalkulierenden Wohlstandsbengel. Aus dem Humus von Feigheit, Gemeinheit und Skrupellosigkeit ist schon furchtbares Unheil gewachsen in unserem Land. Und viele haben sich verloren dabei.

Nächste Vorstellung: Am Sonnabend um 19.30 Uhr im Foyer der Landesbühne

(Quelle:Andreas Montag,http://www.mz-web.de/,.18.02.2012)

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Super Sonntag

Ein starkes Stück und zwei starke Darsteller

Das Stück „Keine Chance“ ist an der Landesbühne Eisleben angelaufen.

Eisleben (as). Zwei junge Schauspieler über knapp achtzig Minuten ununterbrochen agierend auf einer Bühne, das

klingt langweilig? Weit gefehlt. Unter der Regie von Ann-Kathrin Hanss zeigten Christian Steinborn und Timothy Nicolai

eine exzellente Leistung. Sie sind authentisch und stark. Langeweile gibt es nicht, das Stück von Patric Tavanti ist spannend,

erschreckend, ein wenig verstörend und einfach Klasse.

(Quelle: Andrea Stange, Super Sonntag, 19.02.2012)
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