"NEIN!"

zu den anderen Inszenierungen
(Rechtschreib-, Druck- und andere Fehler werden als Zitat der abgedruckten Kritiken originalgetreu übernommen !)
Am 2. Mai 2007 hatte das neue Stück des Weimarer Kultur-Express "NEIN!" (Buch & Regie Patric Tavanti) in Berlin an der Carlo-Schmidt-Oberschule Premiere und wird dann voraussichtlich bis 2011 auf Tournee sein. Wie "Die weiße Rose - Die letzte Stunde im Leben der Geschwister Scholl" wird das Stück in ganz Deutschland in mehreren hundert Schulen aufgeführt werden.
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Kritiken für das Ensemble ´07/´08:

Märkische Allgemeine Zeitung

Wittinger Zeitung

Rheinpost

Mainpost online/ Main Family

Aachener Zeitung

Interview der Goetheschule
mit Samuel Dahn , 5.2.2008

Südostbayerische Rundschau

Kinzingtal Nachrichten

Hankensbüttel oN

Lichtensteiner Anzeiger

GHG Alsdorf

Kritiken für das Ensemble ´08/´09:

Freie Presse

Kreis-Anzeiger

Eckernförder Zeitung

BSZ Schweinfurt

Westfalen Rundschau


Fotos von der Generalprobe finden Sie hier.

Eine Leseprobe finden Sie hier.

Zum Weimarer Kultur-Express hier.

Aus dem Gästebuch des Weimarer Kultur-Express´:

hi!

eure aufführung ist der hammer.wen man sie sich anschaut denkt man das es das wahre leben währ.
bye bye eure SAM

Hi!!!
Ihr habt heute bei uns das Stück ,,NEIN!" aufgeführt.
Das war total gut.
Ich hatte teilweise Tränen in den Augen da ich weiß wie es ist wenn man geschlagen wird.
Ich wurde von meinem Vater und von meinem Freund geschlagen.
Ich fand das Stück große Klasse und dieses Thema wird noch lange an unserer Schule (Hauptschule Brunsbüttel)bleiben, dank euch.
Liebe Grüße Sabrina

Hi Maren Hi Manuel!

Ihr wart ja heute (5.6.07) in der Berufschule Stormarn in Bad Oldesloe und habt das Stück - "NEIN!" vorgeführt. Er einmal Hutab das ihr euch herantraut an so ernste Themen. Ihr habt es in meinen Augen Perfekt vorgetragen. Es kam mir sehr realistisch vor und Ohne jetzt Schleimen zu wollen mir kamen kurz die Tränen und habe immernoch so ein Flaues Gefühl im Magen. Es ist wirklich Super rüber gekommen. Da ich genauso denke wie ihr und sicher vielen andere auch, konnteich mich ebenfalls auch gut in diese Rolle hineinversetzen.

Macht weiter so, vielleicht wachen dann mal die Leute in ferner Zukunft auf und, die nächsten Kinder haben es besser. Irgendwie muss man ja versuchen von den 20% herunter zu kommen. Nun hab ich aber noch 2 Fragen. Wie lange habt ihr benötigt um dieses Stück so autentisch hinzubekommen? Und kann mr wer veraten wie das Intro hieß welches ihr eingespielt habt?

Zu dem ganzen Lob gehört allerdings auch ein Kritik punkt.

Der Samuel hatte erst tierische Knieschmerzen und humpelte konnte dann aber wenige Zeit später Sportübungen vollziehen. Das einzige Unglaubwürdige. An Maren nochmal kurz hab selten eine Schauspielerin gesehen die einen so einen Schauer den Rücken runter jagen konnte. So ernste Mimik und so Liebes süßes und doch wieder verängstiges Gucken. Wahnsinn Hut ab und macht weiter So. Liebe grüße sendet euch Marcel Eh-M Bad Oldesloe

hey,

ich hab das theater sehr gut gefunden, denn jetzt konnte man sich erst so richtig vorstellen wie es in den Kindern/Jugendlichen vor geht, wenn ihnen so etwas passiert. Man dachte schon einige mal, dass das dem mädchen (Anna) in dem Stück ordentlich weh getan hat, aber wie es auch schon gesagt wurden ist, wäre es nicht so gut zur geltung gekommen, wenn es nicht richtig echt gewesen wäre. Ich wünsche euch noch viel erfolg mit diesem stück und das ihr damit auch vielen helfen könnt.
Jasmin

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Hey ihr,

also erstmal muss ich sagen das ich vollkommen begeistert bin. Ihr habt das echt wahnsinnig gut hinbekommen. Erst muss ich gestehen saß ich da und dachte mir"Wann ist das endlich vorbei" aber als dann die ersten Dialoge vorbei waren, fand ich so langsam interesse an dem Stück. Es wurde von Szene zu Szene immer realistischer und ich selber konnte mitfiebern wie lange wohl die gute Laune des Bruders anhalten würde. Es war verdammt geil rübergebracht bis zum Schluss. Ich hätte nicht gedacht das 2 Personen sich auf ne Bühne stellen können, ihr Stück durchziehen - Ohne Pause - und dann auch noch am Ende so energievoll reden/handeln/agieren können. Es hat mich echt umgehauen. Die Leute um mich herum die sonst laut waren, still. Die die sonst störten, still. Ihr habt das ganze Publikum so in euren Bann gezogen mit eurem Stück das ich nur sagen kann "Perfekt". Zum Schluss dachte ich anders als beim Anfang "Warum ist jetzt schon Schluss?" und "Fortsetzung?".

Einzige Kritik die ich hatte war das die Leute am Anfang nur halb so laut gesprochen haben wie ihr und so ein bisschen untergingen weil sie unten standen und man sie nicht sehen konnte. Aber das gehört ja nicht zu euch. Ihr wart echt umwerfend.

Danke für diese Vorstellung, die den Eintrittspreis locker wert war. Danke dafür

Mfg
Thorben aus der Wu2

Hallo!

Ich wollte euch für das tolle Theaterstück "Nein" danken. Ich muss sagen am anfang dachte ich was soll den das, aber im laufe des Stücks habe ich total mit gefiebert und habe soger manchmal total vergessen das es ein Theaterstück ist.

Macht weiter so!

Alic

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hey,

heut wart ihr bei uns an der rudolf-tarnow regionalschule,mit dem Stück "Nein!".

ich find das stück total klasse,auch wenn es bei uns einige gab die manche stelle etwas witzig fanden und es so schien als hätten wir kaum fragen muss ich sagen das das stück sehr berührt hab.es ist kaum zu glauben das so etwas wirklich passiert,in unserer zeit.

das theaterstück hat besonders mich persönlich sehr zum nachdenken angeregt und ich werd mich mit thema etwas mehr auseinandersetzen.Es ist kaum Vorstellbar aber die Realität.. Danke!

Sonst hab ich keinerlei Kritik :)

Mit freundlichen Gruß einer Schülerin von der RTS aus Boizenburg

Märkische Allgemeine Zeitung

Das lange Leiden der Kellerkinder

Weimarer Kulturexpress führte das Jugendstück "Nein" im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus auf

WITTENBERGE Eigentlich kann es nicht gut um eine Gesellschaft bestellt sein, die den mitleiderregenden Begriff "Opfer" zum Schimpfwort degradiert. Dass gerade Tim seiner Schwester Anne das Wort voller Verachtung ins Gesicht zischt, zeigt nur, dass auch er nur genau das ist: ein Opfer.

Mit seinem Stück "Nein" machte der Weimarer Kulturexpress (Autor und Regisseur Patric Tavanti) gestern im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus Station. Es handelt von zwei Geschwistern, die von ihren Eltern in den Keller eingesperrt wurden. Diese demütigende Praxis müssen Anne und Tim offenbar schon lange ertragen. Der Vater trinkt und schlägt bei nichtigsten Anlässen Frau und Kinder. Nicht nur das, er hetzt die beiden wie Kampfhunde aufeinander und sorgt so dafür, dass sein Sohn, obwohl selbst Gefangener, sich im Keller als Aufseher seiner Schwester fühlt und auch so aufführt.


Anne hingegen ist nicht nur das Aschenputtel der Familie, sondern wurde und wird auch von der Mutter gequält.

All das vermitteln die Schauspieler Maren Hoff (25) und Samuel Dahn (26) in Mono- und Dialogen, die noch einmal als eigenständige Szenen in der Szene die Außenwelt ins dunkle Kellerverlies holen. Fröhliche Kindheitserinnerungen an glücklichere Tage wechseln sich ab mit Schilderungen grausamer Torturen, denen besonders das Mädchen ausgesetzt war.

Plakat der Goetheschule Hannover
Etwa die Szene, als sie im Alter von sieben Jahren das Bad reinigen musste und die Mutter chlorhaltiges Reinigungsmittel ins Wasser geschüttet hatte. Die Dämpfe nahmen dem Kind den Atem und sein hilfloser Versuch, sich mit einem angefeuchteten Kleid zu schützen, treibt die Mutter zu einem besonders perfiden Racheakt. "Zur Strafe" verbrennt sie Annes beste Freundin, eine Puppe, über der offenen Gasflamme des Herdes und weist die Schuld ( natürlich, möchte man fast sagen, wenn es nicht so grausam und widernatürlich wäre ) dem Kind zu. In solchen Extremen haben die jungen Schauspieler ihre stärksten Momente. Den Zuschauer ergreift ein Gefühl permanenten Unwohlseins, der Wut, der Trauer. Allerdings lässt sich das längst nicht von allen sagen. Viele Lacher an den durchaus nicht dafür geeigneten Stellen und zynische Zwischenrufe des jugendlichen Publikums vom Oberstufenzentrum, dem Gymnasium und anderen Schulen berühren besonders die Lehrer, aber auch die etwas älteren Schüler peinlich.

Immer wieder glaubt indessen Tim, dass er die Ordnung von Unterdrückung und Kadavergehorsam aufrecht erhalten muss; dass seine Mutter den besoffenen und arbeitslosen Vater damit provoziert, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, ja, dass seine Schwester Gewalt und Demütigung genießt, weil sie schließlich nie weint. Anne bringt es dann auf den Punkt: "Wenigstens einmal hättest du mich beschützen müssen", wirft sie ihrem Bruder vor. "Wenigstens einmal hättest du ,nein’ sagen müssen. Wer nicht ,nein’ sagt, verliert seine Würde." Eine Stimme aus dem Off bestätigt genau dieses Recht der Kinder, ebenso das auf eine gewaltfreie Erziehung.

Dass die Jugendlichen die folgende Diskussion geradezu fluchtartig verlassen, muss nichts heißen. Manches dauert eben etwas länger.

(ANDREAS KÖNIG, MAZ, 26.09.2007)

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Niemand ist Eigentum der Eltern

Wittinger Realschüler diskutieren über Gewalt in der Familie

Red Isenhagener Land. „Unser Ziel ist es, Mut zu machen, hinzuschauen, was passiert im Freundeskreis, Nein zu sagen.“ So fassen die beiden Schauspieler Maren Hoff und Samuel Dahn vom Weimarer Kulturexpress die Intention des Stückes „Nein!“ zusammen.

Vor der Diskussion mit den Klassen der Realschule Wittingen stand allerdings am Weltkindertag die Darstellung von „Nein!“, ein Theaterstück über Gewalt in der Familie. Die dreizehnjährige Anna und ihr siebzehnjähriger Bruder Tim stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Den Misshandlungen des Vaters und der Mutter ist hauptsächlich Anna ausgesetzt, die immer wieder bei Fehlverhalten für Tage und Wochen in einem Keller eingeschlossen wird.

Eine Szene zeigt die beiden Geschwister, die sich früher einmal gut verstanden haben, im verschlossenen Kellerraum. Allerdings übt Tim nunmehr die Rolle des Bewachers und Peinigers Annas aus. So erzählt Anna zwar von einer schönen frühen Kindheit mit Erinnerungen an Urlaub und verliebte Eltern. Doch bereits im Alter von sieben Jahren erfährt das Mädchen die Macht der Mutter. So verbrennt diese Annas Puppe Lizzy über der Gasflamme mit dem Hinweis darauf das Gleiche mit dem Kind zu tun, wenn sie nicht folgsam ist.

Anna muss Putzdienste übernehmen und wird selbst nachts dazu aus dem Bett geholt. Ursächlich verantwortlich: die Arbeitslosigkeit des Vaters, dessen Alkoholsucht und Brutalität der Familie gegenüber.

Die Lehrerin des Mädchens aufmerksam geworden durch die Verletzungen, erwirkt bei Anna eine Aussage, die ihr zum Schluss der Geschichte aus der Notlage heraushilft.

Bedrückend gut gespielt und aktuell, so das Fazit der jugendlichen Zuschauer. Kritisch sprachen auch die Schauspieler die Aktualität an: „Zehn Prozent aller Jugendlichen in Deutschland erfahren Gewalt in der Familie, das sind zwei bis drei Schüler pro Klasse“, erklärte Maren Hoff. Und weiter:“ Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Schaut hin, denn jedes Kind hat ein Recht auf gewaltfreie Erziehung und ist nicht Eigentum der Eltern!“

(26.09.2007)

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Rheinpost

Eine Familie im Teufelskreis der Gewalt

An der Friedjof-Nansen-Realschule fand im Rahmen der gewaltpräventiven Arbeit für alle Schüler der Klassen 6 bis 9 ein Theaterstück des „Weimarer Kulturexpresses“ mit dem Titel „Nein“ statt.
Im Vorspann informieren die Schauspieler darüber, dass rein statistisch gesehen in jeder Klasse zwei bis drei Schüler von Gewalt in der Familie betroffen sind und riefen dazu auf, sich gegen diese Gewalt zu wehren.

Die Kinder im Keller

Anne und Tim, ein Geschwisterpaar, sind von den Eltern im Keller eingesperrt worden – ohne Essen und Trinken. Die Arbeitslosigkeit des Vaters hatte die Familie in den Teufelskreis der Gewalt hineingebracht. Szenen der Gewalt des Bruders gegen die Schwester wechseln mit Dialogen über schöne Erinnerungen an die Vergangenheit ab. Am Schluss werden die Kinder durch die Polizei aus ihrem Kellerverlies befreit.

Voller Spannung nahmen die Schülerinnen und Schüler am Schicksal der Geschwister teil. Im anschließenden Gespräch mit den jungen Schauspielern bemerkte ein Schüler, dass es in manchen Familien wohl auch viel schlimmer zugehe.

„Wir informieren über Kinder- und Jugendhotlines, bei denen Jugendliche sich Hilfe von Fachleuten holen können. Und wenn es uns gelungen ist, auch nur ein Kind dazu zu bringen, den Mut aufzubringen sich Hilfe zu holen, dann hat sich die Veranstaltung schon gelohnt“.

(RP, 29.09.2007)

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Mainpost / Main Family

Sag nein zur Gewalt!

MAIN-SPESSART. Schauplatz Aula im Nägelseezentrum: Eine junge Frau kniet vor einem Stuhl, in ihre Schulter bohrt sich das Knie ihres Angreifers, der ihren Arm brutal nach hinten zieht. Ihre Mimik ist verzerrt, plötzlich ertönt ein erbärmlicher Schrei. „Hör auf zu schreien, Du Opfer“, brüllt ein junger Mann. „Du bist so dumm!“ Er wirft sie auf den Boden und tritt ihr mit dem Fuß in den Rücken. Sie bleibt wimmernd liegen. . .

320 Schüler verfolgten das Stück

Die Schauspieler Samuel Dahn und Maren Hoff zeigten bei ihrem Auftritt in Lohr, wie Gewalt in der Familie eskalieren kann.SCHWENDINGER

.Das Ganze ist Gott sei Dank nicht real. Der junge Mann heißt in echt Samuel Dahn (26) und ist Schauspieler vom Weimarer Kultur-Express. Seine Kollegin Maren Hoff (25) ist ebenfalls Schauspielerin. Die dargestellte Szene soll auch nicht in einer Schule spielen, sondern in einem Kellerloch. Es ist der Ausschnitt aus dem Theaterstück „Nein! – Ein Stück über Gewalt in der Familie“, das am Dienstag rund 320 Hauptschüler in der Aula des Nägelseezentrums in den Bann zog. Es verdeutlichte eindringlich die Machtlosigkeit, die einen packt, wenn man solche Szenen ansehen oder erleben muss.Hoff und Dahn spielen die Geschwister „Anne“ und „Tim“. Das Theaterstück beginnt an dem Punkt, als die beiden von ihren ständig streitenden Eltern wieder mal in den Keller gesperrt werden. Anne will sich die Tyrannei ihres alkoholkranken Vaters nicht länger gefallen lassen, sie will flüchten. Doch ihr Bruder Tim, der auch sehr unter dem brutalen Familienoberhaupt leidet, stellt sich gegen sie.Schon die Eingangsszene ist erschütternd. Die beiden kauern auf Bierkisten in einem stockdunklen Keller. Sie hören ihre Eltern draußen brüllen. Der Vater verprügelt die Mutter. Es macht einen lauten Schlag, dann fällt eine Haustüre zu. Danach ist Stille. „Was ist passiert?“, fragt Anni entsetzt und klopft wie verrückt an die Türe. Das nervt ihren Bruder Tim. „Halt Deine Klappe“, schreit er sie an.Die folgenden Stunden werden für beide zum Alptraum. Sie wissen nicht, was draußen passiert ist. Die Ungewissheit geht ihnen zusehends an die Nerven. Tim wird von Minute zu Minute aggressiver. Er quält seine Schwester, schlägt sie, lässt sie vor sich hinknien, auf einem Bein stehen und ähnelt in seinem Verhalten immer mehr dem Vater. Anne wechselt zwischen hilfloser Opferrolle und wütender Anklägerin. Sie erinnert ihn an die guten Zeiten, als er sie noch beschützt hat. Dass erzürnt den Bruder und er schlägt sie wieder. Irgendwann gelingt es Anne, die Türe des Kellers zu öffnen. Sie rennt nach oben und findet ihre Mutter blutüberströmt am Boden liegen. Doch die Rettung naht. Sie hört die Polizeisirenen und einen Sanka kommen. . .Das Theaterstück behandelt ein heikles Thema. Wie geht man mit Kinder um, die zu Hause Gewalt erleben? „Kinder sollen lernen, nein zu sagen“, sagt Schauspielerin Hoff. Sie sollen merken, dass Prügeln nicht in Ordnung ist und dass sie ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Wer sein Kind schlägt, macht sich strafbar. „Wer meint, so etwas gibt es bei uns nicht, irrt“, sagt Konrektorin Nadine Moritz-Steigerwald. Der Alltag vieler Familien werde von Gewalt bestimmt. Natürlich müssten nicht alle Fälle so krass ablaufen wie bei dem gezeigten Stück.Die Lohrer Hauptschule will mit dem Projekt Schüler für bestimmte Themen sensibilisieren. Vor einigen Wochen gab es beispielsweise die Gesundheitstage in der Schule; dort drehte sich alles um die körperliche Fitness. Mit dem Theaterstück zum Thema Gewalt wollen die Lehrer die seelische Gesundheit der Schüler fördern. „Kinder sollen genau hinsehen, nicht nur bei sich, sondern auch bei ihren Freunden.“

Katharina Schwendinger

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Weimarer Kulturexpress

zu Gast in der Gesamtschule Schermbeck

Am Freitag, 16.11.2007 präsentierte das mobile Theater „Weimarer Kulturexpress“ schwere Kost in der Aula der Gesamtschule.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 sahen das Theaterstück „Nein!“, ein Stück, das darauf aufmerksam machen will, wie viele Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag fast täglich Gewalt erfahren müssen.

Nachhaltig betroffen zeigten sich auch Schüler der 10ten Klasse von den Zahlen: Jeder 3. Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren erfährt in seinem Leben mindestens einmal körperliche und seelische Gewalt im eigenen Elternhaus.
Das Stück verdeutlichte eindrucksvoll, wie Gewaltstrukturen sich u.a. in Familien herausbilden und ausgelebt werden. Schläge, Essensverbote, Wegsperren in fensterlose Räume, seelische Grausamkeiten wie z.B. die Zerstörung des Lieblingsplüschtiers, Vernachlässigung der Kleidung und Körperpflege, …
Die Formen der Grausamkeiten sind vielfältig.

Da blieb das anfänglich coole Lachen über die Alkohol Trinkerei des Jugendlichen, der damit seinen Schmerz betäubt, den ZuschauerInnen doch im Halse stecken.

Die Schauspieler stellten sich im Anschluss an das 70minütige Stück den Fragen der Schülerinnen und Schüler, mahnten zu mehr Auf- merksamkeit im Freundeskreis, in der Schule, im Verein,… Sie machten Mut für Hilfe und Selbsthilfe. (Okh)
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Aachener Zeitung

Weimarer Kulturexpress rollt mit packendem Theater an

Alsdorf. Zwei Geschwister sind im Keller eingesperrt - so die auf den ersten Blick eher spröde wirkende Handlung des Theaterstücks «Nein!» des Weimarer Kultur-Express-Theaters. Durch die Unterstützung des Alsdorfer Jugendamtes war es gelungen, die engagierten Theatermacher in die Mensa der Alsdorfer Gesamtschule einzuladen.

Dass Schwester und Bruder eingesperrt sind, kommt nicht zum ersten Mal vor. Doch Anne will sich die Tyrannei des Vaters nicht mehr gefallen lassen. Sie will flüchten. Nur weg, egal wohin und egal, was danach kommt, alles ist besser, als weiterhin dem Vater ohnmächtig und hilflos ausgeliefert zu sein. Tim aber stellt sich gegen sie. Auch er muss unter der Willkür, Brutalität und den Schlägen des Vaters leiden, ihn verbindet aber auch eine Komplizenschaft mit ihm - und er hat Angst vor den Konsequenzen. Als dann auch noch Anne ihre Klassenlehrerin wegen der beunruhigenden Ergebnisse der Schularztuntersuchung anruft, spitzt sich die Situation zwischen den beiden immer weiter zu. Am Ende können sie sich tatsächlich aus dem Keller befreien, doch es kommt anders, als sie dachten.

«Super!», kommentiert Gentiana Berisha aus der 7a begeistert sowohl das Zwei-Personen-Stück als auch die schauspielerische Leistung und fügt hinzu: «Ich fand das Stück sehr traurig, weil man sich vorstellen muss, dass das, was sie spielen, in manchen Familien leider die Realität ist. Die Geschichte von den Beiden ist sehr bedrückend und geht unter die Haut.» Auch ihre Mitschülerin Elisa Scharmann fand das Theater «sehr gut, denn den betroffenen Kindern wird vielleicht klar, dass sie Hilfe brauchen und vor allem, dass sie nein sagen müssen».

Bei einer anschließenden Diskussion mit den beiden Schauspielern Maren Hoff (Anne) und Samuel Dahn (Tim) stellten die Schüler interessiert Fragen zum Thema und zur Spiel- und Bühnentechnik. Mit einem frenetischen Applaus verabschiedeten sich die Schüler bei den Akteuren.

25.Jan.2008

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Südostbayerische Rundschau

Weimarer Kultur-Express gastierte in Fridolfing

Aufführung des Stücks „Nein!“ an der Hauptschule -
Gewalt in der Familie als Thema

Fridolfing(ae).  Kürzlich waren die Hauptschüler aus den 7. bis 10. Klassen der Volksschule Salzachtal  in die alte Turnhalle zu einer Theatervorstellung des zeitkritischen Regisseurs und Autors Patric Tavanti zum Thema „Häusliche Gewalt“ eingeladen. Nach einer kurzen Einführung zur Problematik setzte sich die junge, aus zwei Weimarer Schauspielern bestehende Truppe mit diesem heiklen aktuellen und betroffen machenden Thema auseinander, das die Auswirkungen von Gewalt auf den Einzelnen aber auch auf die Gesellschaft insgesamt aufzeigte.
Maren Hoff & Samuel Dahn im Gespräch mit
Schülern an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Beweggründe für dieses Stück

Wenn Fälle von Gewalt publik werden, ist unmittelbar darauf oft zu hören:.„Bei uns gibt es so etwas nicht!“. Diese Reaktion ist genauso häufig anzutreffen, wie: „Wieso hat das keiner verhindert? Das kann doch nicht unbemerkt geblieben sein!“ Es gibt Statistiken, die davon ausgehen, dass in jeder Klasse durchschnittlich mindestens 3 Kinder oder Jugendliche sitzen, die von wiederholter, massiver häuslicher Gewalt, Misshandlung und Missbrauch, betroffen sind. Jugendliche, die schon zuhause Gewalt erfahren, werden meistens auch Opfer von Gewalt in der Schule oder auf dem Schulweg. Je nach Schule und Schulart haben 8% bis 30% aller Schülerinnen und Schüler persönliche Gewalterfahrungen in der Umgebung der Schule gemacht. Wenn man Lehrer und Schüler dazu befragt, wird aber trotzdem nicht selten beschwichtigt“: Nein, so etwas gibt es bei uns nicht.“ Angst, Unsicherheit, Ohnmachtgefühle und Scham verschließen Münder, Augen und Ohren.

Aufbau des Zwei-Personen-Stücks

Mit geringem technischen Aufwand versuchten die ausgebildete Schauspielerin und ihr ebenfalls professioneller Kollege die Situation zweier Geschwister zu vermitteln, deren Eltern sie zum wiederholten Male nach einer heftigen Auseinandersetzung in den Keller gesperrt hatten. In ihrer misslichen Lage kamen die Schwester und ihr älterer Bruder ins Gespräch. So berichteten sie dem Publikum indirekt von ihren Ängsten und schilderten ihre schlimmen Erlebnisse und schrecklichen Erfahrungen. Sie hielten aber auch Rückschau auf ihr früher sorgloses Familienleben, als der Vater noch Arbeit hatte und die Mutter noch nicht alkoholabhängig war. Anne dachte sogar an Flucht, weil sie sich die Tyrannei ihres Vaters nicht länger gefallen lassen wollte. Sie wollte nur weg, egal wohin, egal was kommen würde. Sie meinte, alles wäre besser gewesen, als weiterhin dem Vater ohnmächtig und hilflos ausgeliefert gewesen zu sein. Ihr Bruder Tim aber stellte sich gegen sie. Obwohl auch er unter der Willkür, Brutalität und sogar den Schlägen des Vaters zu leiden hatte, verband ihn doch eine besondere Art der Komplizenschaft mit diesem. Am meisten aber hatte er Angst vor den möglichen Konsequenzen. Die Situation zwischen beiden spitzte sich weiter zu, als die Familie in einem Telefonanruf durch Annes Klassenleiterin von einem beunruhigen Ergebnis der schulärztlichen Untersuchung erfahren hatte. Schwerpunktmäßig befasste sich die gelungene Inszenierung mit den vielschichtigen und wechselseitigen Gefühlen von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer solchen oder vergleichbar ähnlichen Lage befinden. Zum Schluss erreichten sie nach Hilferufen durch den Kellerschacht, dass sie von der Polizei aus ihrem dunklen Verlies befreit wurden. Doch schließlich kam es anders als sie gedacht hatten.

Diskussionsrunde zum Schluss

An das gut einstündige Stück schloss sich eine spannende Diskussionsrunde an, bei der die Schüler und Lehrer Gelegenheit hatten, Fragen an die Darsteller und natürlich auch zum Inhalt der Inszenierung zu stellen. Klar brachte die Schauspieler zum Ausdruck, dass Gewalt in den Familien nur in Unterschicht- oder sozial schwachen Familien vorkomme. Sie zeigten vielfache Ursachen und Hintergründe von Vernachlässigung, Aggression, psychischer und physischer Gewalt auf. Betroffen und nachdenklich machten sich die Hauptschüler dann auf den Weg zurück in ihre Klassenzimmer.

(Alois Esterer, Fridolfing)

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Kinzingtal-Nachrichten

(14.11.2007)
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Hankensbüttel (oN)

Wenn Gewalt die Familie zerstört

Weimarer Kultur-Express zeigt "heißes Eisen" am Gymnasium

spe Hankensbüttel. "Bei uns gibt es das nicht!" oder "Wiso hat das keiner verhindert?" sind Reaktionen, wenn es um das Thema Gewalt in der Familie geht. Die Schauspieler des Weimarer Kultur-Express haben sich dem angenommen und gastierten am Montag mit dem Stück "Nein!" am Gymnasium Hankenbüttel.

Der neunte Jahrgang verfolgte das Schicksal der Geschwister Anne und Tim, die von ihrem gewaltbereiten Vater im Keller eingesperrt worden sind. Seit dieser seine Arbeit verloren hat, betrinkt er sich regelmäßig und terrorisiert die Familie. Seine Frau lässt die angestaute Wut an Anne aus.

"Wenn du nicht gehorchst, passiert das Gleiche mit dir", sagte die Mutter, als sie Annes Puppe verbrannte.

Die Hausarbeit, Schläge des Vaters und Entzug von Mahlzeiten und Schlaf bestimmen Annes Alltag. In der Schule sind ihre Leistungen schwach, ihre Versetzung ist gefährdet. Tim ist vom Vater darauf gedrillt, Anne nicht weniger gewalttätig im Zaum zu halten, andernfalls drohen auch ihm Prügel.

Tim, der ursprünglich aufs Gymnasium wollte, wurde von seinem Vater mit den Worten, er solle ihm nicht länger auf der Tasche liegen, dort abgemeldet.

Die zwei sitzen im Keller. Tim der seine Schwester verprügelt und sich im nächsten Moment mit ihr an glückliche Zeiten erinnert, steckt im Zwiespalt zwischen dem Drill des Vaters und seiner Bruderliebe.

In der Schule wurde die Ärztin derweil auf Annes Narben, Beulen und verbrühte Hand aufmerksam, die Schulpsychologin quetschte die Wahrheit aus ihr heraus. Als Annes Lehrerin anruft und niemanden erreicht, alarmiert sie die Polizei. Anne und Tim können sich zur selben Zeit aus dem Keller befreien und finden die Mutter bewußtlos geschlagen in der Küche liegen. Die eintreffenden Beamten beenden den Spuk in der Familie.

Die Schauspieler des Tourneetheaters wollen mit ihrem aggressiven und lauten Stück wachrütteln, zum Diskutieren und Handeln anregen. Laut Statistik sind zehn Prozent der Kinder in Deutschland von Gewalt in der Familie betroffen, von verbalen Erniedrigungen, Schlägen oder vernachlässigungen bis hin zu sexueller Nötigung. Die Dunkelziffer liegt, nach dem Wissen der Schauspieler, aber noch viel höher.

(21.11.2007)

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Freie Presse

Das Recht, nein zu sagen

Kinder- und Jugentheatertage: Stück macht Frankenberger Gymnasiasten betroffen

Frankenberg. Die Geschichte von Anne und ihrem Bruder Tim ist so unglaublich schrecklich, dass sich viele Neuntklässler vom Martin-Luther-Gymnasium gar nicht mit ihr identifizieren können: Anne ist der Willkür ihrer Familie ausgesetzt. Der Vater arbeitslos und ständig betrunken, die Mutter verzweifelt und Bruder Tim wird gezwungen, seine Schwester "zu erziehen". Anne muss nicht nur Prügel einstecken, sondern auch psychisch leiden.

"Viele Jugendliche wissen gar nicht, dass auch seelische Quälereien, wie ständiger Leistungsdruck, zu Gewalttaten zählen", erklärt Andreas Meyer, der gestern mit seiner Schauspielpartnerin Anita Stenke das Stück "Nein" im Rahmen der Jugendtheatertage in Frankenberg aufführte.

Die Charaktere schwanken zwischen Euphorie und Verzweiflung, zwischen Erinnerungen an sorglose Kindertage und dem Bewußtsein des tagtäglichenMartyriums. Demütigung ist für die Geschwister an der Tagesordnung, die Wut darüber wird weitergegeben an die, die sich nicht wehren können. "Kinder und Jugendliche, die Gewalt im Elternhaus erleben, agieren später nach den gleichen Mustern, auch wenn sie es nicht wollen", versucht Anita Stenke zu verdeutlichen, worum es geht. "Nein" sagen und damit vielleicht einen Teufelskreis zu durchbrechen, ist nur ein Aspekt des Stücks. Jugendliche sollen für das Thema sensibilisiert werden und wissen, dass sich solche Szenen nicht nur auf Bühnen abspielen. Eine Sozialpädagogin macht den Zuhörern in der anschließenden Diskussion klar: "was ihr hier gesehen habt, ist meine tägliche Arbeit. In jeder Stadt passieren irgendwo solche Dinge."

Für die Jugendlichen ist das zum Teil schwer nachvollziehbar, es macht viele von ihnen aber betroffen.

"Kinder haben das Recht, nein zu sagen", heißt es in dem Stück. "Nein" zu Misshandlungen und Unterdrückung. Dass sie dabei auf Mithilfe von außen angewiesen sind, ist klar. "Wir wollen das Tabuthema Gewalt in Familien aufmerksam machen", betont Andreas Meyer, der seit fünf Jahren Berufsschauspieler im Weimarer Kultur-Express ist. (Richtig ist, dass "Tim" erst seine erste Rolle beim WKE ist, p.t.)

Überwiegend würde das Tourneetheater sozialkritische Themen in den Stücken aufgreifen, die an den Schulen gemeinsam mit den Schülern diskutiert würden. (KAT)

Aus dem Gästebuch:

Zum Stück "NEIN"
Spangenberg 29. April ´08

Das Stück war echt Klasse und die Schauspieler haben danach alle unsere fragen beantwortet und haben meine Entschluß Schauspieler zu werden nur bestätigt jetzt weis ich auch was auf mich zu kommt.

Fabian Liebetrau

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LICHTENSTEINER ANZEIGER

 

Theatertag der Heinrich-von-Kleist-Mittelschule

Einen ganz besonderen kulturellen Höhepunkt gab es für die Klassen 6 bis 10 unserer Schule kurz von den Oktoberferien.

Für zwei Veranstaltungen hatten wir uns den „Weimarer Kulturexpress“ in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Es war nicht das erste Mal, dass uns die Schauspieler dieses Ensembles brisante Themen nahe brachten und zum Nachdenken darüber anregten. Schon voriges Jahr konfrontierten sie uns mit dem Thema „Bulimie“.

Diesmal stand das Zweipersonenstück „Nein!“ - ein Stück, das Gewalt in der Familie und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen, aber auch auf unsere Gesellschaft, thematisiert, auf ihrem Spielplan.

Im Vorfeld hatten sich alle Schüler im Ethikunterricht mit diesem Thema beschäftigt und vieles, für sie beängstigendes, für manche auch Bekanntes gehört, mutig ihre Meinung und sogar eigene Erfahrungen dazu geäußert.

So erfuhren die Schüler u. a. auch, dass häusliche Gewalt in sächsischen Familien zum Alltag gehört- Zitat „Freie Presse“: „Im vergangen Jahr registrierte die Polizei im Freistaat rund 1600 Fälle.“ Aber auch Hinweise, wie und wo man

professionelle Hilfe erhalten kann, erhielten sie.

Mit großer Aufmerksamkeit und viel Interesse verfolgten die Klassen die Aufführung, in der sie mit den Haupthelden, den Geschwistern Anne und Tim, in den Keller „gingen“, in dem die Geschwister wieder einmal eingesperrt wurden. Eingesperrt von einem Vater, unter dessen Tyrannei, Willkür und Brutalität die Geschwister leiden müssen. Am Ende können sie sich tatsächlich aus dem Keller befreien, doch es kommt anders als sie dachten.

Mit viel Applaus belohnten die Schüler die beiden jungen Schauspieler, die anschließend noch für ein Gespräch zur Verfügung standen.

Sicherlich haben viele unserer Mitschüler das Thema „Gewalt in der Familie“ mit nach Hause in ihre eigenen Familie genommen und auch mit den Eltern das Gespräch gesucht.

Wenn wir in Zukunft alle mehr „hinhören“, war unser Theatertag sicherlich gut investierte Zeit.

AG „Junge Journalisten“, Heinrich-von-Kleist-Mittelschule, 22. November 2007

Andreas Meyer als Tim.
Foto: Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium, Forst
Anita Stenke als Anne.
Foto: Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium, Forst
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Weimarer Kulturexpress präsentiert das Theaterstück "Nein"
in der Realschule Varenholz

Im Rahmen von zwei Vorstellungen im Forum der Realschule Schloss Varenholz zeigte der "Weimarer Kulturexpress" - ein Theater auf Rädern - in dem Theaterstück "Nein" den Varenholzer Schülerinnen und Schülern, was Gewalt in der Familie bedeutet und wo sie hinführt.

 Die beiden Schauspieler zogen alle Register ihres Könnens und demonstrierten schauspielerisch, wie Werteverlust Kinderseelen zerstören kann und sich der Mensch beschmutzt, schuldig und wie Dreck vorkommt. Das Stück zeigte aber auch, dass viel Feingefühl und Mut notwendig sind, um Gewalt in der Familie auf die Spur zu kommen. Dass das Stück letzendlich noch gut ausging, verdankte es der Tatsache, dass sich die im Stück familiärer Gewalt ausgesetzte Protagonistin einer Lehrerin anvertraute, die Polizei und Notarzt einschaltete.

 Das Theaterstück, eindringlich in Szene gesetzt, sollt Mut machen, Gewalt in der Familie entgegenzutreten und sich anderen Menschen anzuvertrauen.

Aus dem Gästebuch:

Ich fand eure Aufführung "Nein" am 29.04.08 in der Burgsitzschule Spangenberg sehr gut. Die Schauspieler haben sehr gut gespielt und ich glaube so ziemlich jedem ist die Botschaft des Stücks übermittelt worden. Das anschließende Gespräch war sehr unterhaltsam und informativ. Vielen Dank, dass Ihr bei uns ward..

(anonym)

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"Sie fühlte nur den Schlag vom nächsten Tage voraus"

Theater in der Limesschule: Wie Kinder Gewalt in der Familie erleben - Weimarer Kulturexpress führt das Stück "Nein!" auf - Diskussion mit Schülern

ALTENSTADT (pd). Gewalt in der Familie bedeutet für die betroffenen Kinder nicht nur die Erfahrung von körperlichem Schmerz - wie sehr Gewalt das Leben betroffener Kinder beeinflusst, das erfuhren die Altenstädter Limesschüler in einer beeindruckenden Inszenierung von Patric Tavanti.

Am Anfang mögen einige der zuschauenden Schüler noch ein wenig enttäuscht gewesen sein: als Handlungsort nur ein schwarz getünchter Kellerraum, die einzigen Requisiten Kellerutensilien wie Leiter, ausrangierte Stühle und jede Menge Apfelsinenkisten, nur zwei Akteure auf der Bühne.

Die Geschwister Anne und Tim sind von ihren Eltern zur Bestrafung in den Keller gesperrt worden. Die beiden gehen unterschiedlich mit der Situation um: Das Mädchen, das diese Erfahrung schon öfter gemacht hat, erscheint zunächst in ihrer gebeugten Haltung verletzt und wehrlos. Sie zitiert die österreichische Schriftstellerin Hertha Kräftner, um ihren Schmerz auszudrücken: "Er schlug nach ihr. Da wurde ihr Gesicht sehr schmal und farblos wie erstarrter Brei... Sie fühlte nur den Schlag vom nächsten Tage voraus." Der Junge hingegen reagiert auf seine erstmalige Einsperrung aggressiv, schreit seine Schwester an und schlägt sie, poltert gegen die Tür.

Im Gespräch zwischen den beiden, immer wieder unterbrochen durch laute verbale Attacken und körperliche Gewaltanwendungen des Bruders, wird das ganze Szenario der familiären Kindesmisshandlung erkennbar. Sie reicht von mehrtägigem Einsperren und Hungernlassen im Keller, so dass Anne sich von Resten aus der Mülltonne und verschimmelter Marmelade ernähren muss, bis zu seelischen Grausamkeiten wie dem Verbrennen der Lieblingspuppe Lizzy oder offener Geringschätzung ("Du bist ein Niemand").

Der frauenverachtende Vater schlägt die Mutter der Kinder, vor allem aber Anne und stachelt seinen Sohn Tim immer wieder dazu an, Anne ebenfalls zu schlagen, was Anne ihrem Bruder auch zum Vorwurf macht: "Einmal hättest du Nein sagen müssen, als Vater sagte, du sollst mich wieder verprügeln. Man muss Nein sagen können!" An dieser Stelle wird bereits deutlich, dass Anne trotz ihrer familiären Gewalterfahrungen und daraus resultierenden schulischen Misserfolgen nicht innerlich zerbrochen ist, sondern Fluchtpläne schmiedet und auf eine Zukunft hofft, die deutlich von ihren negativen Erfahrungen geprägt ist: "Ich will keinen Mann, ich will keine Kinder. Ich will meine Freiheit genießen." Auch Tim ist von der familiären Situation geprägt: Weil Gymnasiasten für seinen Vater "Drückeberger" seien, habe er nicht Abitur machen dürfen, um Tiermedizin zu studieren. Seinem Wunsch, später eine Familie zu haben, hält Anne entgegen, dass er vom Vater gelernt habe, Frauen zu verachten und im Zorn Gewalt anzuwenden, was glückliche Familienverhältnisse ausschließe. Am Ende gesteht Anne ihrem Bruder, dass sie in der Schule nicht mehr verheimlichen konnte, geschlagen und mit hautverätzenden Chemikalien traktiert worden zu sein, worauf die Stimmung des Bruders wieder abrupt umschlägt und er wieder seine Schwester angreift.

Der Schwester gelingt es in ihrer Verzweiflung, die Tür aufzubrechen, und sie findet die schwer verletzte, bewusstlose Mutter in dem Augenblick, als die Polizei die Haustür gewaltsam öffnet. Das Ende ist offen.

Anita Stenke und Andreas Meyer, die beiden Darsteller, erhielten viel Applaus für ihre schauspielerische Leistung. In der anschließenden Diskussion mussten die beiden viele Fragen beantworten, und sie standen freundlich und humorvoll Rede und Antwort. Die Schüler erfuhren, dass die Schläge und Tritte der Schauspielerin nicht weh getan hätten, da man auf einer Schauspielschule lerne, Gewaltszenen zu spielen, ohne dem anderen Schmerzen zuzufügen. Schwer zu spielen seien jedoch die häufigen Emotionswechsel der beiden Figuren. Auf eine Nachfrage erläuterte Anita Stenke, was es heißt, eine Rolle zu spielen, die ganz und gar nicht der eigenen Persönlichkeit entspricht. Diskutiert wurden aber auch inhaltliche Fragen: Wie kann es so häufig zu solchen Gewalthandlungen in Familien kommen und was kann man dagegen tun?

Lösungen wurden den Schülern nicht präsentiert, aber das konnte bei dem Thema auch niemand erwarten. Doch die Schüler verließen die Vorstellung mit einer erhöhten Sensibilität für diese aktuelle Problematik.

(29.04.2008)

Foto: pd Kreis-Anzeiger
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ECKERNFÖRDER ZEITUNG 

Friedrich Schiller und Gewalt in der Familie

Friedrich Schiller und Gewalt in der Familie haben nicht unbedingt etwas gemeinsam, doch wurde am Montag beides schauspielerisch am Beruflichen Bildungszentrum thematisiert: Der Weimarer Kultur-Express mit den Schauspielern Anita Stenke und Andreas Meyer war zu Besuch - im Gepäck zwei Theaterstücke für den Deutsch- und den WiPo-Unterricht.

 Als Klassiker führten sie "Kabale und Liebe" in einer modernen Version auf, an dem besonders die Schüler des "Schillerprojekts" von Lehrerin Christina Stolz und Praktikantin Iris Clausen Interesse zeigten. Sie studieren zurzeit ein Theaterstück als Schiller-Potpouri ein. Hinzu kommt ein "Schiller-Rap", den sie mit den Bands "Illegal 2001" und "Doppel U" vertonen.

Gleich im Anschluss an das humorvoll vorgetragene "Kabale & Liebe" schlug die Stimmung auf der Bühne ins Gegenteil um: Ein im Keller von seinen Eltern wegen einer Nichtigkeit eingesperrtes Geschwisterpaar kann von einer gewaltfreien Erziehung nur träumen: Die Tochter wird ständig drangsaliert und geschlagen, der Sohn dagegen beteiligt sich an den Misshandlungen. In dem Verlies verharrt der Bruder zunächst im alten Verhaltensmuster, beschimpft seine Schwester und hält ihr vor, die brutalen Behandlungen verdient zu haben. Doch als sie ihm schildert, wie grausam sie die Misshandlungen erlebt und vor seinen Augen sogar verschimmelte Marmelade isst, um ihren Hunger zu stillen, überdenkt er seine Einstellung.

"Erziehung" und "Familie" lautet zurzeit das Thema im WiPo-Unterricht von Lehrerin Carola Feierling. Was das Stück zeigte: die Übertragung des Erziehungsstils des Vaters auf den Sohn und seine Entwöhnung von der Zwischenmenschlichkeit durch den rüden Erziehungsstil. Die Lösung: Das Schweigen der Familie muss durchbrochen werden. Sich öffnen und Gefühle zulassen kann Änderungen herbeiführen.

Mit dem Stück erreichen die Schauspieler, was so mancher Pädagoge nicht schafft: "Mehrere Menschen haben uns schon eröffnet, dass ihre Jugend ähnlich verlief und einzelne Szenen geschildert", erzählt Schauspielerin Anita Stenke nach dem Stück im Gespräch mit den Schülern. Die psychische Gewalt könne schlimmer sein als körperliche.

(EZ, 9.12.2009 von ape)

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"Nein! – über Gewalt in der Familie"
zu Gast am BSZ Schweinfurt

Der Weimarer Kultur Express verweist auf folgenden Background:

Es gibt Statistiken, die davon ausgehen, dass in jeder Klasse durchschnittlich mindestens drei Kinder oder Jugendliche sitzen, die von wiederholter, massiver häuslicher Gewalt, Misshandlung und Missbrauch betroffen sind. Jugendliche, die schon zuhause Gewalt erfahren, werden meistens auch Opfer von Gewalt in der Schule oder auf dem Schulweg.

Je nach Schule haben acht Prozent bis 30 Prozent aller Schülerinnen und Schüler persönliche Gewalterfahrungen in der Umgebung der Schule. Wenn man Lehrer und Schüler befragt, wird aber trotzdem nicht selten beschwichtigt: "Nein, so etwas gibt es bei uns nicht." Angst, Unsicherheit, Ohnmachtsgefühle und Scham verschließen Münder, Augen und Ohren.

Über 350 Schülerinnen und Schüler verfolgten gebannt, was sich da vor ihren Augen rund um das Thema Gewalt in Familien abspielte. Die Darsteller des Weimarer Kultur Expresses schafften es mühelos, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Das Thema war aktuell, Betroffenheit oder von Gewalt betroffen zu sein war in den Gesichtern der Schülerinnen und Schüler fest zu stellen.

So wurde genau das erreicht, was der Weimarer Kultur Express erreichen wollte: Eine Diskussion anregen, ein Nachdenken anstoßen.

Am Staatlichen BSZ Alfons Goppel Schweinfurt wird es in den nächsten Tagen und Wochen sicherlich noch mehrmals Thema sein: das Theaterstück "Nein – ein Stück über Gewalt in der Familie".

(Quelle: http://www.bsz-schweinfurt.de)

Anita Stenke und Andreas Meyer als Anne und Tim in "Nein!"
(Fotos: BSZ Schweinfurt)
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GHG Alsdorf

Begeisterte Gesamtschüler spendeten frenetischen Applaus

Zwei Geschwister sind im Keller eingesperrt – so die auf den ersten Blick eher spröde wirkende Handlung des Theaterstücks „Nein!“ des Weimarer- Kultur-Express-Theaters. Durch die Unterstützung des Alsdorfer Jugendamtes war es gelungen, die engagierten Theatermacher in die Mensa der Alsdorfer Gesamtschule einzuladen.

Dass Schwester und Bruder eingesperrt sind, kommt nicht zum ersten Mal vor. Doch Anne will sich die Tyrannei des Vaters nicht mehr gefallen lassen. Sie will flüchten. Nur weg, egal wohin und egal, was danach kommt, alles ist besser, als weiterhin dem Vater ohnmächtig und hilflos ausgeliefert zu sein. Tim aber stellt sich gegen sie. Auch er muss unter der Willkür, Brutalität und den Schlägen des Vaters leiden, ihn verbindet aber auch eine Komplizenschaft mit ihm – und er hat Angst vor den Konsequenzen. Als dann auch noch Anne ihre Klassenlehrerein wegen der beunruhigenden Ergebnisse der Schularztuntersuchung anruft, spitzt sich die Situation zwischen den beiden immer weiter zu. Am Ende können sie sich tatsächlich aus dem Keller befreien, doch es kommt anders, als sie dachten.

„Super!“, kommentiert Gentiana Berisha aus der 7a begeistert sowohl das Zwei-Personen-Stück als auch die schauspielerische Leistung und fügt hinzu: „Ich fand das Stück sehr traurig, weil man sich vorstellen muss, dass das, was sie spielen, in manchen Familien leider die Realität ist. Die Geschichte von den Beiden ist sehr bedrückend und geht unter die Haut.“ Auch ihre Mitschülerin Elisa Scharmann fand das Theater „sehr gut, denn den betroffenen Kindern wird vielleicht klar, dass sie Hilfe brauchen und vor allem, dass sie nein sagen müssen“.

Mit einem frenetischen Applaus verabschiedeten sich die Schüler bei den Akteuren.

(Spät gefunden und darum erst jetzt hier nachgereicht, p.t.)

(Quelle: http://www.ghg-alsdorf.de, Januar 2008)

Bei einer anschließenden Diskussion mit den beiden Schauspielern Maren Hoff (Anne) und Samuel Dahn (Tim) stellten die Schüler interessiert Fragen zum Thema und zur Spiel- und Bühnentechnik
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DerWesten.de

„Nein!" - Stück über Gewalt in der Familie

Lüdenscheid. "Nein!" - Ein Stück über Gewalt in der Familie sahen rund 200 Schüler der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am vergangenen Freitag in der Mensa. Rund 200 Reichwein-Schüler sahen das Stück "Nein!", bei dem es um Gewalt in der Familie ging.

Die Theateraufführung wurde in zwei Durchgängen mit jeweils drei Klassen der 8. Jahrgangsstufe aufgeführt. Im Anschluss an die Aufführung hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, offen gebliebene Fragen zum Stück zu stellen und mit den Schauspielern eine Diskussion über den Inhalt zu führen. "Bei uns gibt es so etwas nicht!" - diese Reaktion ist genauso häufig zu hören wie: "Wieso hat das keiner verhindert? Das kann doch nicht unbemerkt geblieben sein!"

Es gibt Statistiken, die davon ausgehen, dass in jeder Klasse durchschnittlich mindestens drei Kinder oder Jugendliche sitzen, die von wiederholter, massiver häuslicher Gewalt, Misshandlung und Missbrauch betroffen sind. Jugendliche, die schon zu Hause Gewalt erfahren, werden meistens auch Opfer von Gewalt in der Schule oder auf dem Schulweg. Je nach Schule haben 8 bis 30 Prozent aller Schülerinnen und Schüler persönliche Gewalterfahrungen in der Umgebung der Schule. Wenn man Lehrer und Schüler befragt, wird aber trotzdem nicht selten beschwichtigt: "Nein, so etwas gibt es bei uns nicht." Angst, Unsicherheit, Ohnmachtgefühle und Scham verschließen Münder, Augen und Ohren. Die Macher des Weimarer Kulturexpress wollen mit dem Stück "Nein!" helfen, die Diskussion an der Schule zu eröffnen oder zu vertiefen.

Sozial engagiertes Theater

Auch im nächsten Jahr ist an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule eine Theateraufführung in Zusammenarbeit mit dem Weimarer Kulturexpress geplant. Der Weimarer Kulturexpress ist ein freies Jugend-Theater im Tourneebetrieb. Da nicht jeder Schule die Möglichkeit hat, mit mehreren Klassen in ein Theater zu fahren, kommt der Kulturexpress in die Schulen. Das Anliegen ist es, ein sozial engagiertes Theater zu bieten. Sie wollen die Probleme der Jugendlichen einerseits ansprechen, anderseits wollen sie auch den Spaß am Theater wecken.

(Quelle: WR, 20.04.2008)

(Rund 200 Reichwein-Schüler sahen das Stück "Nein!", bei dem es um Gewalt in der Familie ging. Foto: wr/derwesten.de)
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