"Die weiße Rose"

zu den Probenfotos Rechtschreib- und andere Fehler in den Kritiken sind aus den zitierten Originalen übernommen!
zu den anderen Inszenierungen
Videoausschnitt
Premiere in Dedeleben
Rheinische Post Gießener Anzeiger ´05 Gießener Anzeiger ´07 (I)
Mainpost R.Z. HNA (Kassel) Schweriner Zeitung RP Süd
Isenhagener Kreisblatt Saarbrücker Zeitung ´06 Donau Kurier
Donau-Wald-Presse Kötzing Umschau Plattlinger Anzeiger
Mendener Zeitung Bramscher Nachrichten Schloß Torgelow
SZ Miltenberg Schwetzinger Zeitung Gym. Stromberg
Gießener Anzeiger ´07 (II) Hohenloher Tageblatt MLZ ´07
Saarbrücker Zeitung ´07 Untermain-Bote ´07 Pirnaer Anzeiger
Hersfelder Zeitung ´08 Saabrücker Zeitung ´08 Südwest Presse (´09)
Einbecker Morgenpost (2010) Frankenpost (2010) Schenklengsfeld (´09)
Christiane Moldt und André Bolouri als Sophie und Hans Scholl Hörprobe: Nicole Pilzecker liest aus "Die weiße Rose" (Patric Tavanti) den 1. Monolog der Sophie Scholl (mp3 / 2,41 MB / 2.37 Min.)

Donau Kurier - Eichstätter Kurier

"Die weiße Rose" jenseits der Geschichtsbücher

Einfühlsames Schultheater mit dem Weimarer Kulturexpress bildete den Auftakt des Festivals Artipi
Eichstätt (eha) Mit dem Theaterstück "Die weiße Rose", gespielt vom Weimarer Kulturexpress, ist am gestrigen Donnerstag das Programm des Artipi-Festivals in Eichstätt gestartet. Rund 340 Schüler lernten dabei die Geschwister Hans und Sophie Scholl von einer Seite jenseits des Geschichtsunterrichts kennen. Autor und Schauspieler stellten sich im Anschluss den Fragen der Schüler.

Das Stück (es folgt eine Aufzählung der anwesenden Schulen, p.t.) zeigt die letzten Minuten im Leben der Geschwister Scholl. Hans und Sophie, beide Mitglieder der Widerstandsbewegung "Die weiße Rose", wurden am 21. Februar 1942 von den Nationalsozialisten wegen Hochverrats hingerichtet. Kurz vor ihrem Tod erlaubten ihnen die Wachmänner, zusammen eine Zigarette zu rauchen.

Was sie genau dabei sprachen ist geschichtlich nicht überliefert. Autor und Regisseur Patric Tavanti baut diese kurze Zeitspanne jedoch zu einem rund einstündigen Stück aus. Er füllt es mit gemeinsamen und persönlichen Erinnerungen von Hans und Sophie und lässt sie ihren Weg in den Widerstand reflektieren. Doch nicht die reinen geschichtlichen Fakten stehen im Vordergrund, sondern vor allem die Gefühle und die Motivation der Geschwister, für ihre Sache bis in den Tod zu gehen.

Die Handlung wird dabei auf die beiden Hauptpersonen reduziert. Nur eine Stimme aus dem Off umreißt kurz den geschichtlichen Hintergrund. Damit wird die Innenwelt der Hauptpersonen wie zu einem Sog. André Bolouri als Hans und Christiane Moldt als Sophie bewegen sich mit ununterbrochener Präsenz auf der Bühne. Diese wird ganz von der beklemmenden Gefängniszelle eingenommen - bestehend aus schwarzem Boden, schwarzen Wänden, Bett, Stuhl und einem vergitterten Fenster, durch das Sophie ihren ersterbenden Gesang von "Die Gedanken sind frei..." nach draußen schickt.

Alle Erinnerungen, die die beiden sehr ausdrucksstarken Schauspieler darstellen, sind aus Briefen und Aufzeichnungen der Scholls verbürgt: die Kindheit in Ulm mit dem nazi-kritischen Vater, Hitlerjugend und Arbeitsdienst, die ersten Studientage in München und schließlich der Sprung in den aktiven Widerstand. "Wir wollten nicht mehr den passiven Widerstand mit Schiller- und Goethezitaten", erzählt Hans einsam stehend im Spotscheinwerfer, "denn wer es wissen wollte, konnte es wissen - und wer es weiß, darf nicht schweigen." Mit Kreide malt er seinen Wahlspruch an die Wand der Gefängniszelle: "Allen Gewalten zum Trutz".

Nicht um die großen Taten geht es in diesem Stück, sondern um den Enthusiasmus, die naive Illegalität, aber auch um die Angst, den enormen Druck und den Leichtsinn nach den ersten Erfolgen, der Hans und Sophie schließlich das Leben kostet. Als die Stunde der Hinrichtung kommt, halten sie sich schließlich an dem Gedanken fest, dass ihre Aktion Wellen schlagen wird - und dass sie alleine, aber mit Stolz sterben. Seid nicht traurig, wir sind es ja auch nicht", sind ihre letzten Worte (an die Eltern p.t.), bevor sie still die Bühne verlassen.

Für die Schüler ein bewegendes Stück: belohnt mit bemerkenswerter Aufmerksamkeit und langem Applaus.

(DK, 29.04.05)
oben

Rhein-Zeitung

Geschichte wurde lebendig

Mendiger Realschüler sahen das Theaterstück "Die weiße Rose"
MENDIG. Der Weimarer Kultur-Express beeindruckte gestern Lehrerkollegium und Schüler der Hermann-Gmeiner-Real-schule mit dem Zwei-Personen-Stück "Die weiße Rose" von Patric Tavanti. Die Rolle der Sophie Scholl spielte die junge Schauspielerin Christiane Moldt, ihren Bruder Hans der Schauspieler Andrè Bolouri.

Die Lehrerin Doris Gunkel hatte im Einvernehmen mit dem Elternbeirat der Schule die für die Klassenstufen 8 bis 10 verbindliche Theateraufführung zu Stande bringen können.

Im Anschluß an die Aufführung stellten sich die Schauspieler den Fragen der Schüler zum Stück, zum Autor und zum Leben und Sterben der unter der Nazi-Herrschaft wegen ihrer Ansichten und ihrem aktiven Widerstand hingerichteten Geschwister Sophie und Hans Scholl.

Das in der Realschule vom Weimarer Kultur-Express präsentierte Theaterstück "Die weiße Rose" ist kein Dokumentardrama, das die zum Schulstoff gehörenden Fakten und Daten mit Zitaten aus den Flugblättern, Tagebüchern und Briefen illustriert und damit das schon hinlänglich Bekannte nur in anderer Form darbietet.
"Wir wollen mit diesem Stück den Schülern die historischen Figuren Sophie und Hans Scholl als Menschen näher bringen und verständlich machen. Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugungen drängten diese jungen Menschen zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen", schreibt Patric Tavanti in einem Begleittext zu seinem Stück.

Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl zusammen mit Christoph Probst kurz vor ihrer Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, eine letzte Zigarette zu rauchen. Was sie in diesem letzten Augenblick ihres kurzen Lebens gesprochen haben, ist nicht überliefert. Aber es könnte sich so, wie es der Autor erzählt, zugetragen haben.

(ro, RZ, 29.11.04)

oben

"Die weiße Rose" machte stumm
Realschüler "erlebten" Geschichte

Weimarer Kulturexpress gastierte/ Nur wenige überlebten Nazi-Zeit
KÖTZTING. "Die Gedanken sind frei", sang Sophie Scholl (Christiane Moldt) vom Weimarer Kulturexpress beim gestrigen Gastspiel in der Kötztinger Realschul-Turnhalle. Ab 1933 waren in Deutschland nur noch die Gedanken frei, die Menschen wurden beherrscht von Knechtschaft und Spitzeltum, vom Wahn des Hitlerregimes, dem selbst Freunde der Geschwister Scholl Gefolgschaft schworen.

Christiane Moldt und ihr Partner André Bolouri (in der Rolle des Hans Scholl) verstanden es meisterhaft, nicht nur die inneren Konflikte darzustellen, die junge Menschen in der damaligenWiderstandsbewegung "Weiße Rose" bewegten. Ihr beeindruckendes Spiel vermittelte auch auf nachhaltige Weise Zeitgeschichte - beispielweise als Sophie Scholl am Bahnhof einer fremden Stadt in der Dunkelheit nach einem Briefkasten suchte, in den sie Teile ihres schweren Kofferinhalts, Flugblätter der "Weißen Rose", werfen könnte.

Für Jugendliche in unserer Zeit war es trotz der dargestellten geistigen Abschweifungen der Geschwister Scholl auf ihre Erlebnisse an der Front des Zweiten Weltkrieges, bzw. im heimatlichen München, wo das Unrecht und die Menschenverachtung des Nazi-Regimes nicht minder deutlich zum Ausdruck kamen, als bei Frontsoldaten oder Zwangsarbeitern, sicher schwer nachvollziehbar, was die Generation junger Erwachsener damals erleiden musste. Relativ sicher war nur, wer sich mit dem System "arrangierte".

Auch wenn den Siebt- und Achtklässlern teilweise noch der Hintergrund - in Form des Geschichtsunterrichts über diese Zeit - fehlte, machten die von den Schauspielern sehr überzeugend dargestellten Ängste doch betroffen und sprachlos. "Wie sind die Geschwister Scholl eigentlich hingerichtet worden", wollte ein Schüler wissen. "Mit dem Schafott", informierte André Bolouri, alleine diese Vorstellung machte die Realschüler vorübergehend völlig stumm.

(Alois Dachs, Kötzting-Umschau, 3.12.04)

oben

Rheinische Post

Die Schuld der Schweigenden

"Die weiße Rose" in der Xantener Marienschule wurde zum Erlebnis für die Zuschauer

Xanten "Die Gedanken sind frei..." singt Sophie Scholl (Christiane Moldt) am vergitterten Fenster ihres Kerkers. Wenige Minuten später wird das Fallbeil ihrem Leben ein Ende setzen. In einer letzten Stunde mit ihrem Bruder Hans (André Bolouri) durchlebt sie in Erinnerung wichtige Passagen ihres Widerstandes mit der Gruppe "Die weiße Rose". Der Weimarer Kultur-Express zu Gast in der Xantener Marienschule. Vorführung für die Klassen 8 bis 10.

"Frei und gerade durchs Leben gehen, auch wenn es schwer fällt."

"Frei und gerade durchs Leben gehen, auch wenn es schwer fällt." Das war die Lebensmaxime ihres Vaters. Das versuchen sie auch in politisch schwieriger Zeit, wie die Wandschrift von Hans erkennen lässt: "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten."

Info

Die Marienschule in Xan-ten versucht mit jährlichen Aufführungen ans Theater heranzuführen. Im vergan-genen Jahr war das Thema "Magersucht" (mit dem Stück "Hunger"). Der Weimarer Kulturexpress - ein freies Jugend-Tournee -Theater, das in die Schulen kommt. Die Ak-teure wollen "sozial engagiertes Theater" bieten, die Probleme der Jugendlichen ansprechen, auf die Bühne bringen.

Zitate zum Nachdenken von der Bühne in der voll besetzten Aula: "Wer nicht handelt und schweigt, macht sich mit schuldig." ist eines von vielen. Oder das Schiller-Zitat: "Das 1. Gebot des Anstandes ist die Erhaltung der Freiheit der anderen. Das 2. die Demonstration der eigenen Freiheit." War unser Widerstand umsonst?, fragt gegen Ende des 60-Minuten-Stückes Hans (25) seine Schwester Sophie (22). "Nein", lautet die überzeugende Antwort. "Wir sehen uns in der Ewigkeit wieder." Fragen der Schülerinnen und ebenso einfühlsame und fundierte Antworten der Schauspieler vertiefen das Gesehene. (...)
Abermals langer Applaus für eine unter die Haut gehende Leistung des Tournee-Theaters nach Texten des Autors Patric Tavanti. Eine Aufführung, die noch lange nachwirken wird.

(Walter Plümpe, RP, 10.03.05)

oben

Die Angst gespürt

Interview des RP Redakteurs Heinz Kühnen mit Schülern der Xantener Marienschule
Die Geschwister Scholl - Vorbilder. Auch heute noch.

Xanten 60 Minuten lang hatten es zwei Schauspieler des Weimarer Kult-Express geschafft, 270 Schülerinnen der Xantener Marienschule in ihren Bann zu ziehen. Die Geschichte der Geschwister Scholl, die (am) 22. Februar 1943 wegen Widerstandes gegen das Nazi-Regieme hingerichtet worden waren, auf der Bühne - ein hautnahes Erleben. Das schafft Theater. Totenstille in der Aula. RP-Redakteur Heinz Kühnen sprach im Anschluss mit den Scülerinnen der Klasse 10a über deren Eindrücke.

Das Stück machte nachdenklich...
Linda Balzen Das war richtig bedrückend. Die Angst, die kam rüber. Ich habe mich richtig in die Lage der Menschen damals hinein versetzt gefühlt. Das war beklemmend.

Besser als Unterricht?
Sabine Kozak Anders. Wir haben den Stoff in Geschichte bearbeitet und auch den Film "Die weiße Rose" gesehen. Aber es blieb halt irgendwie Theorie.

André Bolourie spielte Hans vom
19. Nov. ´04 bis Aug. ´06
Und die Praxis?
Marie-Theres Bauer Ich glaube nicht, dass ich den Mut der beiden Geschwister aufgebracht hätte. Die Angst erwischt und getötet zu werden, ist vermutlich zu groß.
Linda Balzen Und selbst wenn man die Angst vor dem Zuchthaus, dem KZ überwinden würde: Da wurden ja auch die Familien einbezogen. Das war ja das Schlimmste.

Das wäre je heute nicht mehr der Fall.
Asbirg Neger Nein, aber die Geschwister Scholl haben uns gezeigt, dass man immer Verantwortung trägt, ob man nun handelt oder schweigt.
Christina Heumann Und dass wir zu unserer eigenen Meinung stehen müssen, auch wenn es mal schwieriger wird.

Das hätte dann ja auch konkrete Auswirkungen auf unsere eigenes Verhalten.
Tanja Janßen Sicher. Selbst im Kleinen. Wie einen Stein, den man ins Wasser wirft und der dann Wellen schlägt.
Elena Peters Persönlicher Einsatzist immer und überall nötig. Das gilt auch dann, wenn es sich um Leute dreht, die man persönlich absolut nicht mag. Oder auf dem Schulhof, wenn andere sich streiten. Da muss man den Mund aufmachen.
Asbirg Neger Den Mund aufmachen, das ist es. Das haben die Scholls gezeigt. Nach dem Stück kann sie richtig verstehen.

(Rheinische Post, 10.03.2005)

Bramscher Nachrichten

oben

Die Courage der Geschwister Scholl Vorbild für die "Schule ohne Rassismus"

Vogelgezwitscher ertönt. Plötzlich wird es jäh durch nazistische Melodien unterbrochen. Sirenen und Gewehrschüsse tönen durch die Pausenhalle des Greselius-Gymnasiums. Hektisch verteilen die Schauspieler Christiane Moldt und André Bolouri, alias Sophie und Hans Scholl, Mitbegründer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", Flugblätter in der Halle. Dann kehrt Stille ein. Die beiden Schauspieler betreten die Bühne. In einem Rückblick stellen diese eindrucksvoll die tragische und unvergessene Geschichte der Geschwister Scholl dar - von der Idee des aktiven Widerstands gegen das Naziregime bis zur letzten gemeinsamen Zigarette vor ihrer Hinrichtung.
"Weiße Rose - Die letzte Stunde im Leben der Geschwister Scholl" lautet auch der Titel des Theaterstücks. In ergreifenden Monologen, den Blick in die Ferne gerichtet, werden die zwiespältigen Gefühle, die Ängste und Hoffnungen der Geschwister verdeutlicht. "Auf einmal fiel das Wort Widerstand. In ganz Europa rumorte es." "Einer muss anfangen!" Und. "Wer´s wissen will, kann es wissen, und wer es weiß, darf nicht schweigen." Diese Aussagen unterstreichen die Motive der Geschwister und regen die Zuschauer zum Nachdenken an.
Die Schüler vom zehnten bis 13. Jahrgang des Gymnasiums waren "hörbar" angetan. Trotz der hellhörigen Halle herrschte gespannte Stille. Franz Josef Trabant, Initiator des Gresel-Forums, hatte das Schauspieler Duo des Weimarer KulturExpresses in die Schule eingeladen. Der dem Gymniasium anerkannte Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" würde dazu verpflichten, jedes Jahr Veranstaltungen zu diesem Themenbereich anzubieten, sagte Trabant. (...) Auch der Weimarer KulturExpress, der durch ganz Deutschland tourt, war im November 2004 schon zu Gast in Bramsche. Mit dem diesjährigen Stück soll der Ermordung der Geschwister Scholl im Februar 1943 und dem 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gedacht werden. Moldt und Bolouri stellten sich nach ihrer Aufführung für eine Diskussion mit den Schülern der Oberstufe zur Verfügung, so dass Fragen beantwortet und das Gesehene hinterfragt werden konnte.

(mhi, BN, 27.01.05)
oben

Gießener Anzeiger

Geschichte des Jahrhunderts am eigenen Leib erlebt

ALTENSTADT (pd). "Die Gedanken sind frei...", singt Sophie Scholl in ihrer Gefängniszelle, kurz bevor sie am 23. Februar 1943 in München auf dem Schafott wegen Hochverrats hingerichtet wird. Zusammen mit ihr sterben auch Christoph Probst und ihr Bruder Hans Scholl, weil sie als Mitglieder der Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" in ihren Flugblättern die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen die NS-Diktatur aufgefordert hatten. Das einstündige Stück des Regisseurs Patric Tavanti an der Limesschule zeigte die letzten Minuten im Leben der Geschwister Scholl, die in vielen Rückblenden ihren Weg in den Widerstand reflektieren: die Kindheit in Ulm und die Gefängnishaft des Vaters, die Erfahrungen in Hitlerjugend, Arbeitsdienst und Wehrmacht sowie die Studienzeit in München. Die Erinnerungen, wie sie in Briefen und Aufzeichnungen der Scholls belegt sind, lassen ihre Euphorie, aber auch ihre Ängste erkennen, nachdem sie sich für den Widerstand entschieden hatten und Flugblätter verteilten. Dass der Widerstand der Geschwister Scholl im klassisch-humanistischen Gedankengut gründete, machen Schillerzitate ("Das erste Gebot des Anstandes ist die Erhaltung der Freiheit der anderen") und der bei Goethe zu findende Wahlspruch deutlich, den Hans mit Kreide an die Wand seiner Gefängniszelle malt: "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten." Doch wurde in den Gesprächen für die Schüler erkennbar, dass "tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen" zentrales Motiv der Geschwister Scholl war. Beeindruckt zeigten sich die Schüler auch von der Standfestigkeit Sophie Scholls, die sich von ihren Eltern mit den Worten "Seid nicht traurig, ich bin es ja auch nicht" verabschiedete. Der starke Applaus der Schüler galt nicht nur der sehr ausdrucksstarken Leistung der beiden Darsteller, sondern auch der gelungenen Aufarbeitung des Stoffes für das Theater.
(pd, GA, 05.07.05)
oben

Isenhagener Kreisblatt

Die emotionale Seite der Widerständler

"Die weiße Rose" im Gymnasium Hankensbüttel

Hankenbüttel. "Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und Trieben ergebenen Herrscherclique `regieren´ zu lassen." So beginnt das erste Flugblatt der "Weißen Rose". Wie kam es dazu, dass sich Studentengegen das NS-Regime auflehnten und zum passiven Widerstand aufriefen?

Das Theaterstück "Die weiße Rose" gab am Mittwoch im Hankenbütteler Gymnasium einen Einblick in das Leben der Geschwister Hans und Sophie Scholl. Mit einfachen Mitteln, aber eindrucksvoll brachten die beiden Schauspieler des Weimarer Literaturexpresses die Geschichte der Widerstandsbewegung auf die Bühne. "Man musste einen Vervielfältigungsapparat haben", murmelt Hans im Bett. Da merkt seine Schwester, dass er Widerstandspläne hegt. Zunächst hat sie Angst, Flugblätter zu drucken. Doch dann ist sie Feuer und Flamme für den Widerstand - bis sie am Ende "abgeholt" wird.

Rund 150 Schüler der neunten Klassen verfolgten das psychologisch ausgerichtete Theaterstück, das oft mit Rückblenden arbeitete und vor allem auch die emotionale Seite seiner Protagonisten beleuchtete. Deutlich wurde Sophies christliche Motivation, während Hans eher politisch motiviert war. Das Thema, das eigentlich in KLasse zehn auf dem Lehrplan steht, wurde im Deutschunterricht vorbereitet. Im Anschluss war Gelegenheit zu einer Diskussion mit den Schauspielern.

(Jordan, IKB, 23.09.05)
oben

Plattlinger Anzeiger

Die letzte Stunde im Leben der Geschwister Scholl

Der Weimarer Kulturexpress gastierte in der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule in Osterhofen
Osterhofen (hus) Die Geschwister Hans und Sophie Scholl gehörten der weißen Rose an, einer Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus im Dritten Reich. Beide studierten an der Münchner Universität und wurden dort am 18. Februar 1943 beim Auslegen von Flugblättern durch den Hausmeisterbeobachtet und der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) gemeldet. Der berüchtigte Blutrichter Roland Freisler, extra vom Volksgerichtshof in Berlin beigeholt, verurteilte die Geschwister und deren Gesinnungskameraden Christoph Probst zum Tode durch das Feilbeil. Sie wurden am 22. Februar 1943 hingerichtet.
In der letzten Stunde vor ihrer Hinrichtung, bei der Sophie ihrem Bruder vorausgehen musste, hatten die Nazischergen erlaubt, dass sich die beiden Geschwister in einer Zelle voneinander verabschieden konnten.Hier beginnt das Theaterstück, dessen Bühnenausstattung aus einer schwarz gestrichenen Zelle besteht, die außer einer Tür nur noch ein hoch gelegenes Fenster besitzt. Ein karges Metallbett, ein Stuhl und ein Kübel bilden die klägliche Ausstattung.
Hans (Felix Spieß) und Sophie (Christiane Moldt) bewegen sich dramaturgisch zwischen Retrospektive und Realität. Fröhlich, schier unbeschwert "spielen" sie ihre letzte Szene in Freiheit und werfen ins Publikum das Flugblatt, das ihnen zum Verhängnis geworden ist. Es enthält exakt den authentischen Text des letzte Flugblattes: " Erschüttert steht das deutsche Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. 330000 Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer wir danken dir!..."
Im Namen der deutschen Jugend wird die persönliche Freiheit als kostbarstes Gut zurückgefordert, die weltanschauliche Indoktrinierung wird angeprangert und das Parteibonzentum.
Die Parole heißt: "Kampf der Partei!" - Kampf jedes einzelnen um unsere Zukunft, unsere Freiheit und Ehre in einem seiner sittlichen Verantwortung bewußten Staat...
Hans Scholl hat an die Wand der Zuchthauszelle, seiner Todeszelle, das Goethewort geschrieben "Allen Gewalten zum Trutz". Er peinigt sich, denn er will alle Schuld auf sich laden, die Schuld, dass durch ihn auch andere den Naziterroristen ausgesetzt werden. "Ich hätte nie gedacht, dass es so leicht ist zu sterben", sagt er und ergänzt, " vielleicht geht´s besser, weil´s einen Sinn hat?"
Erstaunlich wie mit Felix Spieß der Typ des Medizinstudenten Hans Scholl getroffen wurde und mit Christiane Moldt seine Schwester Sophie, die Biologie und Philosophie studierte. Sophie ist fast fröhlich und unbeschwert, sie spricht von Ausflügen in die Natur. Hans erzählt ihr von seiner Zeit als Soldat in Russland, wo ihm in der Weite des Landes klar geworden sei, wie unbedeutend der Einzelne ist. Bei seinen illegalen Besuchen bei Russen, habe sowohl er als auch seine Kameraden festgestellt, wie fröhlich und gastfreundlich die Bevölkerung im Feindesland sein konnte.
Sophie schwärmt von ihrem Freund Fritz, spricht mit ihm im Geiste und sagt ihm: "Sei nicht traurig, dass ich tot bin." Auch Hans lässt im Angesicht des Todes sein Leben weiter an sich vorüberziehen, spricht vom Gedenkrummel im Dritten Reich, von dem Klamauk und Kulturnihilismus.
Es darf nicht dabei bleiben, fordert er selbst in der Todeszelle noch. Sie erinnern sich gemeinsam an ihre Widerstandsaktionen und denken an ihren Vater, der im Knast sitzt, weil er Hitler eine Gottesgeisel genannt hat.

Hans bestärkt sich in seinem Willen mit dem Schillerwort: "Das erste Gebot des Anstandes ist die Verteidigung der Freiheit der Anderen." Die Rede kommt auf die Reichsparteitage mit ihrer befohlenen Begeisterung, wo man fortwährend in Bewegung gehalten wurde, um ja nicht denken zu können.
Sophie berichtet von ihrer Fahrt nach Wien, der Aufregung bei den Kontrollen, weil sie einen Koffer mit Flugblättern dabei hatte. "Es ist wie es ist", sagt Hans fatalistisch und Sophie fügt hinzu: "Sie haben´s eilig mit uns." Das letzte herüber gerettete Plätzchen teilt sie mit ihrem Bruder. Die Gedanken bleiben ziemlich in der Chronologie des vergangenen Geschehens und erreichen das verhängnisvolle Flugblattverteilen in der Universität, einem Handeln zwischen Angst und HOchgefühl. Der Hausmeister führt sie zum Rektor, Geradeausschauen, alles auf sich selbst laden, keine Hinweise geben. Nur sagen: "Ich war´s, ich allein!"

Die letzte Zigarette rauchen die Geschwister gemeinsam. Sophie sagt: "Ich habe Angst". Hans: "Ich auch." Vertrauensvolle Ehrlichkeit in der Stunde des Todes. Sophie sagt: "Das wird Wellen schlagen." Hans ergänzt das Goethewort an der Wand "Allen Gewalten zum Trutz - sich erhalten." Die Türe öffnet sich, Sophie geht als Erste hinaus, ohne sich umzudrehen. Im Lautsprecher ertönt das Todesurteil. Das Licht erlöscht.

Die Schüler der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule sind tief beeindruckt. Die Schauspieler nehmenden Applaus entgegen und stellen sich den Fragen der Schüler. Theodor Heuss sagte zum Tode der Geschwister Scholl unter anderem. "So wurde das tapfere Sterben der jungen Menschen, die gegen die Phrase und Lüge die Reinheit der Gesinnung und den Mut zur Wahrheit setzten, im Auslöschen ihres Lebens zu einem Sieg."

(P.A., H.-U. Schneider, 15.10.05)

oben

Donau-Wald-Presse (Vilshofener Anzeiger)

"Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten" schrieb Hans Scholl zum Abschied

Osterhofen (bs) "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten." Dieses Goethe-Zitat, welches Hans Scholl von der Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" an der Wand seiner Gefängniszelle hinterließ, bewegte die neunten und zehnten Klassen der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule bei einer Theateraufführung über die Geschwister Scholl zum Nachdenken.

Doch zuvor wurde das Thema im Unterricht vorbereitet:

Deutschlehrer Norbert Schalitzki zeigte den Schülern der 9a aus einem Film über Sophie Scholl die Schlüsselszene, in der die Geschwister Hans und Sophie Scholl bei ihrer Verbreitung von Flugblättern ertappt werden. Sie riefen darin zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime auf. Einige Schüler hatten schon im Vorfeld etwas über die Gruppe gehört. Doch ein Flugblatt hatte wahrscheinlich noch keiner der Jugendlichen zuvor gelesen. (... p.t.)

Weitere Details lernten die Schüler in der Aufführung des Weimarer Kulturexpress eines Theaterstücks von Autor und Regisseur Patric Tavanti: Voller Euphorie stürmen Felix Spieß und Christiane Moldt alias Hans und Sophie Scholl auf die Bühne und verteilen im Publikum die Flugblätter der Weißen Rose. Bereits in der nächsten Szene sitzen sie im Gefängnis und haben bereits das Todesurteil erhalten. Dort lassen sie ihr Leben Revue passieren.

Die Zuschauer erfahren, wie die beiden und ihre Freunde unter dem Regime gelitten haben, wie die Gruppe entstanden ist und wie es ihr gelungen ist, die Flugblätter zu vervielfältigen und zu verteilen. Immer wieder kehren die Geschwister aber in die Gegenwart zurück, in der sie nur noch auf ihre Hinrichtung am Schafott warten. Doch sie werden auch in dieser aussichtslosen Situation nicht schwach und bereuen ihren Schritt zum Widerstand nicht: "Wer es weiß, darf nicht untätig zusehen", spricht Hans überzeugt ins Publikum.

Gegen Ende des Stückes beschreiben die beiden, welch euphorisches Gefühl es war, als sie zum letzten Mal die vielen Flugblätter in der Universität verteilten. Bei dieser Aktion wurden sie jedoch vom Hausmeister aufgedeckt.
Wieder im Jetzt angekommen, bekommt Sophie Angst: "Wir sehen uns in der Ewigkeit wieder," sagt sie wehmütig zu ihrem Bruder. Anschließend sprechen sie beide, um sich Mut zu machen, ihr Lieblingszitat: "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten" - ehe das Todesurteil vollzogen wird.

Nach der Aufführung diskutierten die Schauspieler mit den Schülern und erzählten einige interessante Dinge über die Weiße Rose: Zum Beispiel warfen die Amerikaner nach der Eroberung Deutschlands (sie taten es vorher! p.t.) mit Hilfe von Flugzeugen tausende von Flugblätter auf das Land hinab.

(DWP/VA, B. Schwarzhuber, 15.10.05)

oben

Schloß Torgelow

Mit seinem neuen Stück „Die Weiße Rose“ gastierte der „Weimarer Kultur-Express“, ein Jugend-Theater im Tourneebetrieb, am letzten Internatswochenende in Torgelow. Es war die Premiere des Stücks, in dem es um die Geschwister Hans und Sophie Scholl geht.

Beide gehörten zu einer Widerstandsgruppe namens „Die Weiße Rose“, die von Juni 1942 bis Januar 1943 in München aktiv war. Von den Nazis bei einer Flugblattaktion erwischt, wurden Hans (25 Jahre) und Sophie Scholl (22 Jahre) zum Tode verurteilt. Historisch gesichert ist, dass beide vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, Minuten vor ihrer Hinrichtung zusammen eine letzte Zigarette zu rauchen.

Foto: HP Schloß Torgelow

Ob und was sie in diesen letzten Augenblicken ihres kurzen Lebens gesprochen haben, ist nicht überliefert. Aber es könnte sich so oder so ähnlich zugetragen haben, wie es in dem 2-Personen-Stück erzählt wird.

Die beiden Darsteller konnten mit ihrer engagierten Spielweise deutlich machen, welche Beweggründe die Geschwister Scholl zum aktiven Widerstand gegen die Nazis führten. Der Versuch, die Zuschauer dabei vor allem emotional anzusprechen, kann über weite Strecken des Stückes als gelungen angesehen werden, was der Beifall sowie die interessierten Fragen am Ende dieser alles in allem gelungenen Aufführung bewies.

(Quelle: HP Schloß Torgelow, Nov.04)

oben

Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA)

"Sophie Scholl in der Schule"

Kassel / Fuldatal. Eine junge Frau und ein Mann stürzen durch die Tür in die Aula. Werfen hektisch Flugblätter auf die Stufen, in die Menge. Man hört Gleichschritt, der näher kommt, dann Schüsse, die beiden jungen Menschen rennen davon. Die Schüler heben die eng mit Schreibmaschine beschriebenen Blätter auf, lesen.

Mittendrin sind die Neunt- und Zehntklässler in dem Theaterstück über die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die damals mit der studentischen Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" gegen das NS-Regime aktiv waren. Weniger als Dokumentardrama ist das Zwei-Personen-Stück gedacht, das die Schauspieler vom Kulturexpress Weimar in der Gesamtschule Fuldatal (GSF) aufführten. Das Tourneetheater will die Schüler vor allem auf der emotionalen Ebene ansprechen und stellt die im Unterricht selten behandelten Fragen nach dem einzelnen Menschen, seinen Gedanken und Gefühlen ins Zentrum. "Das historische Wissen sollte bei den Schülern vorhanden sein, das war uns wichtig", erläutert Schulleiterin Brigitte Bergholter die Entscheidung, das Stück nur den Neunt- und Zehntklässlern zu zeigen.

Kulturarbeit wird an der GSF groß geschrieben: Regelmäßig greife man Themen, die im Unterricht behandelt werden oder gesellschaftspolitisch relevant seien, auf diese Weise auf, so Bergholter.

Sabine Michel und Eva-Marie Hahm wissen um die Hintergründe der Geschwister Scholl aus dem Deutsch- und Gesellschaftslehreunterricht. Das Thema Nationalsozialismus gehöre zur Geschichte Deutschlands dazu, es sei wichtig, darüber in der Schule zu erfahren, so die Zehntklässlerinnen.

An Sophie Scholl bewundern sie, dass sie entschlossen zu ihrer Meinung stand und sich nicht einschüchtern ließ. Christiane Moldt verkörpert die junge Widerstandskämpferin in vielen Facetten. Wild entschlossen, bei der Weißen Rose mitzumachen.

Besorgt um die Eltern. Voller Angst und zugleich todesmutig, wenn sie die Flugblätter verteilt. Verträumt, wenn sie an den Liebsten denkt. Auch ihr Bruder Hans wird auf der Bühne für die Schüler von der historischen Figur zum Menschen aus Fleisch und Blut. Felix Spieß ist mal visionär, mal aggressiv und zeichnet den Weg vom Soldaten zum Widerstandskämpfer überzeugend nach.

"Die Weiße Rose - Die letzten Stunden" heißt das Stück (im Gegensatz zu dem mehrfach preisgekrönten Kinofilm "Sophie Scholl - Die letzten Tage") und porträtiert die Geschwister kurz vor der Vollstreckung des Todesurteils in der kargen Zelle. Durch Rückblicke und die Gespräche der Geschwister sind die Zuschauer aber auch dabei bei den geheimen Treffen der Weißen Rose, bei Hans’ Rückkehr von der Ostfront, bei Flugblatt-Aktionen in der Uni.

Den Schülern hat es gefallen: Auch Eva-Marie Hahm: "Es ist besser rübergekommen als im Kinofilm."

(Katja Rudolph, HNA, 20.01.06)

oben

MAINPOST

"Allen Gewalten zum Trutz"

Mellrichstadt (GERI) - Einen "schönen Theaternachmittag" könne er nicht wünschen, so Oliver Weber, Schauspieler des Weimarer Kultur-Expresses, der mit seiner Partnerin Nicole Pilzecker das Stück "Die Weiße Rose" von Patric Tavanti auf die Bühne des Martin-Pollich-Gymnasiums brachte.

Vielmehr hinterließ die Vorstellung bei den Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe Nachdenklichkeit über das Schicksal zweier junger Menschen, Hans und Sophie Scholl, deren letzte Stunde vor ihrer Hinrichtung in dem Zwei-Personen-Drama fiktiv in Szene gesetzt wurde.

Rückblenden-Technik

Geschickt griffen die Akteure die Ereignisse vor der Enttarnung und der Verhaftung der Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" in Rückblenden auf, wechselten in Monologen und Gesprächen zwischen der Vergangenheit, ihrer allmählichen Erkenntnis, Hitler aufhalten zu müssen, und ihren letzten Minuten in der Gefängniszelle. Irritierend für das Publikum immer wieder die "extremen Stimmungsschwankungen", wie eine Schülerin aus der 9c das Wechselbad der Gefühle bei Hans und Sophie zwischen beklemmender Angst und heiterer Unbeschwertheit trotz des bevorstehenden Todes umschrieb.

Überzeugendes Spiel

Mit ihrem überzeugenden Spiel, ihrem Aufgehen in den Rollen führten die Schauspieler die Schüler in das Innenleben der Widerstandskämpfer und lösten, wie in der anschließenden Diskussion deutlich wurde, Emotionen aus.

Obwohl nur fiktiv - niemand weiß, was die beiden Verurteilten bei einer letzten gemeinsamen Zigarette tatsächlich geredet haben - arbeiteten die Akteure Auszüge aus den Tagebüchern, aus Briefen an die Familie und aus den Gefängnis-Protokollen ein.

Selbst das sechste und letzte Flugblatt, das zur Entdeckung der Verschwörergruppe geführt hatte, lief durch die Hände der Schüler und bekam plötzlich als Dokument des Aufbegehrens in finsterer Zeit eine große Bedeutung weit über den reinen Text hinaus.

Abverlangt wurde den Schülern allerhand in dieser Berg- und Talfahrt der Emotionen. Dennoch war am Ende das Urteil einhellig: überzeugende Schauspieler, die in ihren Rollen leben, und ein gelungenes Theaterstück, das deutsche Geschichte transparent macht.

(GERI, mainpost, 16.03.06)

oben

Mendener Zeitung

"Ständige Wachsamkeit und Misstrauen"

Weimarer Kulturexpress gastiert bei Realschule Menden
MENDEN · Vogelgezwitscher ertönt. Plötzlich wird es durch Sirenen, Gleichschritt und einer deutschen Melodie unterbrochen. Hektisch verteilen die Schauspieler Sophie Scholl (Nicole Pilzecker) und Hans Scholl (Oliver Weber) Flugblätter. Die Schüler der Realschule Menden stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Schüsse fallen, das Geschwisterpaar Scholl läuft davon.

Gekonnt verkörpern die beiden Schauspieler die Rollen von Hans und Sophie Scholl, Mitbegründer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Erneut betreten sie die Bühne. Sie befinden sich im Gefängnis und dürfen ein letztes Mal eine Zigarette zusammen rauchen, bevor sie durch das Schafott hingerichtet werden.

"Weiße Rose - die letzten Stunden im Leben der Geschwister Scholl", ist auch der Titel des Zwei-Mann-Stückes des Tournee-Theaters Weimarer Kulturexpress.

Sophie und Hans Scholl umarmen sich noch ein letztes Mal.
Foto: Rendenbach

In vielen Rückblicken reflektieren die Verurteilten ihren Weg in den Widerstand: Die Gefängnishaft des Vaters, weil er Hitler als "Gottesgeißel" bezeichnet hat, die Erfahrungen in der Hitlerjugend, die Studienzeit in München, wo die Widerstandsgruppe ihren Ursprung hat.

Eindrucksvoll schaffen es die Schauspieler, die 200 Realschüler in eine vergessene Zeit zu entführen. In ergreifenden Monologen werden die zwiespältigen Gefühle, euphorischen Hoffnungen und Ängste der Geschwister deutlich. "Ständige Wachsamkeit und Misstrauen. Ich bin froh, dass alles zu Ende ist", resümiert Sophie Scholl bei ihrer Festnahme und ergänzt in Richtung Publikum: "Seid nicht traurig, ich bin es ja auch nicht". Die Zeit hat sichtlich Spuren bei den Geschwistern hinterlassen. "Oh Gott", tönt es laut aus den Zuschauerreihen, als Sophie Scholl sich krampfhaft an die Schulter ihres Bruders wirft.

Das der Widerstand der Geschwister Scholl im klassisch-humanistischen Gedankengut begründet liegt, machen Schillerzitate, wie "Das erste Gebot des Anstandes ist die Erhaltung der Freiheit des Anderen" und der Wahlspruch von Goethe: "Allen Gedanken zum Trutz sich erhalten", deutlich. Dieses hat Hans Scholl an die Wand der Gefängniszelle gemalt.

"Sieben Klassen zum Zuhören zu bringen, ist eine geniale Leistung. Die konsequente Stille der Schüler ist auf die hervorragende Qualität der Schauspieler zurück zu führen", bilanziert auch Gerhard Scherff. Der Fachschaftsvorsitzende für Deutsch gibt zu, dass dies die beste Geschichtsstunde seines Lebens gewesen ist.

Lauter Applaus ist das beste Indiz für die gelungene Vorstellung.

(Anne Hunstiger , MZ, 05.04.06)

oben

Weimarer Kulturexpress führte „Die weiße Rose“in der Aula der KKS auf

Nicht noch ein Theaterstück über die Geschwister Scholl. Und noch dazu in unserer Aula. Das kann nicht gut werden.“ So waren meine Gedanken im Vorfeld des Stückes „Die weiße Rose“, so der Name einer Produktion des Weimarer Kulturexpresses. Doch die Aufführung vom 07. Februar sollte mich eines Besseren belehren

Das Bühnenbild, eine Gefängniszelle, wirkte kalt und abweisend, nur von der durch das vergitterte Fenster hineinscheinenden Sonne erhellt. Geprägt wurde dieses Bild durch den von Hans Scholl(Felix Spieß) zu Beginn an die Wand geschriebenen Leitsatz der Familie Scholl: „Allen Gewalten zum Trutz!“

Christiane Moldt spielte Sophie vom 19. Nov.´04 bis Jan. ´06
Felix Spieß spielte Hans von Aug. ´05 bis Jan.´06

In dieser Zelle spielte die letzte Stunde der Geschwister Scholl und Christoph Probst, über dessen Fehlen allerdings geschickt hinweggespielt wurde. Mit den Klängen marschierender Soldaten und Volksempfängerrauschen wurde das Dritte Reich glaubhaft auf die Bühne gebracht.

Vor dieser Kulisse erinnerten sich ein sichtlich gefasster Hans und eine merklich aufgewühlte Sophie Scholl(mit hohem Tempo, Christiane Moldt) an ihre gemeinsame Zeit in München und bei der „Weißen Rose“ bis zu ihrer Flugblattaktion in der Münchener Universität, welche zu ihrer Festnahme führte.

In Solo-Spots gedachte sowohl Hans Scholl seiner Soldatenzeit in Stalingrad als auch Sophie Scholl ihrem Freund, der eine Offizierslaufbahn einschlagen wollte.

Regisseur und Autor Patric Tavanti schaffte es außerdem viele Zitate aus den Tagebüchern der Geschwister in den Text einzubringen und so gelang es ihm, die Authenzität der Schauspieler zu unterstreichen. Für den Lacher des Stücks sorgte, wenn auch ungewollt, die auf der Bühne angesteckte Zigarette.

Ein weiteres Lob verdient das Schauspieler-Duo für die Leistung, die Beleuchtung zu kontrollieren und gleichzeitig auf der Bühne schauspieleristische Leistung zu erbringen. Auch den anschließenden Fragen zum Stück stellten sich die beiden und bewiesen großes Hintergrundwissen zu den Geschwistern Scholl und ihre Moderationsfähigkeiten.

So konnten selbst Leute, die sich viel mit dieser Zeit und ihren Widerstandskämpfern befasst haben, noch etwas lernen.

Lasse Bodenstein (Kaiser-Karl-Schule, Itzehoe)

oben
oben

Saarbrücker Zeitung

„Die Weiße Rose“ in der Erich-Kästner-Realschule

Theaterstück thematisierte den Widerstand gegen Hitler

Geschichtliche Inhalte an Schüler zu vermitteln, ist nicht immer einfach, selbst dann nicht, wenn es sich um so wichtige wie den Widerstand gegen Hitler handelt. Für die Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Realschule Hermeskeil gab es daher vor kurzem eine besondere „Geschichtsstunde“ zum Leben der Geschwister Scholl.

Aus diesem Leben hat der „Weimarer Kultur-Express“ ein 2-Personen-Stück gestaltet, das mit den Schauspielern Nicole Pilzecker und Oliver Weber besetzt war. Und diese Besetzung war gelungen, denn die Darsteller schafften es, die Aufmerksamkeit von über 300 Schülerinnen und Schüler zu gewinnen, die diese Leistung mit viel Applaus belohnten.

Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl (zusammen mit Christoph Probst) kurz vor ihrer Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, eine letzte Zigarette zu rauchen. Ob und was sie in diesen letzten Augenblicken ihres kurzen Lebens gesprochen haben, ist nicht überliefert. Diese Situation nimmt das Theaterstück zum Rahmen, um Informationen über Herkunft, Kindheit, Bildung und Wertehaltung dieser Menschen zu geben und um zeigen zu können, welche Standhaftigkeit und Überzeugung diese jungen Leute zu ihrem Verhalten gegenüber einer Diktatur brachte. Die nach der Aufführung in den Klassen geführten Diskussionen zeigten, dass insbesondere diese Motivationslage der Geschwister Scholl die Schülerinnen besonders interessierte und bewegte.

(SZ, 07.06.2006)

oben

Schweriner Zeitung

Weimarer Kulturexpress gastierte in Glöwen

Beitrag zur Prävention gegen rechte Gewalt: Felix Spiess und Christiane Moldt als Geschwister Scholl bei der Aufführung des Kulturexpress in der Glöwener Oberschule

Glöwen • Der Kulturexpress aus Weimar ist schon Stammgast in der Glöwener Oberschule. Die aktuelle Aufführung beschäftigt sich mit dem Tod der Geschwister Scholl nach einer Flugblattaktion an der Münchener Uni. Das Paar ging mit der Gruppe „Weiße Rose“ als Widerständler gegen die Nazis in die Geschichte ein.

„Eine Zigarette lang bleibt den Geschwistern noch, bevor sie von den Nazis hingerichtet werden sollen. In den letzten Minuten ihres Lebens gibt es immer wieder Rückblenden in ihr Leben“, erklärt Schauspieler Felix Spiess die Handlung in knappen Worten. Etwa 80 Kinder und Jugendliche waren in die Aula gekommen, um das Stück zu sehen. In den jeweiligen Fachkursen hatten sich die Schüler mit dem Thema bereits beschäftigt.

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, dargestellt von Felix Spiess und Christiane Moldt, wurden vom Hausmeister der Uni München beim Verteilen von Flugblättern erwischt und an die Gestapo übergeben. Drei Tage wurden sie getrennt von einander befragt und unter Druck gesetzt, bis sie dann als abschreckendes Beispiel geköpft wurden.

Und trotzdem, so Felix Spiess, standen sie für ihre Überzeugung ein und stellten sich gegen die Nazi-Diktatur. Nach dem Theaterstück mit vielen emotionalen Szenen, viel Nachdenklichem, in einer spärlichen Kulisse diskutierten die beiden Schauspieler mit den jungen Leuten über das Stück. Für die Schule Glöwen und auch für die Akteure selbst ist dieses Stück ein Beitrag zur Präventionsarbeit gegen rechte Gewalt und Ausgrenzung.

(sz, Th. Beil, 17.Jan. 2006)

Oliver Weber spielte Hans Scholl vom 8. Feb.´06 bis Ende Jan. ´07)
oben
oben

Die Gedanken sind frei -

"Die Weiße Rose" am Johannes-Butzbach-Gymnasium

M i l t e n b e r g .Die letzten 60 Minuten im Leben der Geschwister Scholl, die am 22. Februar 1943 wegen aktiven Widerstands gegen das Nazi-Regime hingerichtet wurden, fesselten am Donnerstag die Oberstufenschüler des Miltenberger Gymnasiums.

Zeitgeschichte hautnah bot der "Weimarer Kulturexpress" mit seinem Zwei-Personen-Stück "Die Weiße Rose":

Nicole Pilzecker spielte Sophie vom 8. Feb.´06 bis Ende Jan. ´07
In der letzten Stunde vor dem Tod durch das Schafott lassen Hans (Oliver Weber) und Sophie Scholl (Nicole Pilzecker) Erinnerungen und wichtige Phasen des Widerstands Revue passieren - wie um sich den Abschied von der Welt ein Stück zu erleichtern. Packende Monologe veranschaulichen die Gemütsschwankungen der Geschwister zwischen Hoffnung und Angst, sowie deren Motivation: "Wer mithandelt und schweigt, macht sich selbst schuldig." In ihrer Jugend waren Hans und Sophie Scholl überzeugte Mitglieder der Jugendorganisationen des neuen Regimes.
Erst mit der Zeit entwickelten sie eine kritische Einstellung gegenüber der NS-Diktatur. 1942 gründeten die Geschwister zusammen mit ihren Mitstudenten Willi Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst und ihrem Professor Kurt Huber die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose". Sie verfassten Flugblätter, in denen sie die Sinnlosigkeit des Krieges anprangerten und die Bevölkerung zum Widerstand gegen Hitler aufriefen. Zum Verhängnis wurde ihnen das sechste Flugblatt: beim Verteilen der Kopien in der Ludwig-Maximilians-Universität in München wurden die Geschwister sowie Christoph Probst verhaftet.
Die Gedanken sind frei..." singt Sophie Scholl, da trennen sie nur noch wenige Minuten von ihrem Tod, dem sie unerschrocken und mit reinem Gewissen entgegen geht. Historisch gesichert ist nicht, was die Geschwister in den letzten Augenblicken ihres Lebens gesprochen haben, aber die aus Tagebüchern und Aufzeichnungen rekonstruierte Version des Jugend-Tournee-Theaters erscheint glaubwürdig.

In einer anschließenden Runde wurden die aufgekommenen Fragen der Schüler geklärt und mit der Überreichung eines fränkischen Bocksbeutels bedankte sich Herr Kimmel (Fachbetreuer für Deutsch am JBG) , bei den Schauspielern für diese beeindruckende Vorstellung.

(Nadine Eller, Christina Gömmel, K 12)

oben

Rheinpost (Süden)

Geschichte erleben

Wie mag sich Sophie Scholl gefühlt haben, als sie in der Nazizeit verhaftet wurde? Hat Hans Scholl sich Vorwürfe gemacht, seine Schwester vor der Hinrichtung nicht retten zu können? Ist Vater Scholln stolz auf den Widerstand seiner Kinder gewesen? Fragen, die im Geschichtsunterricht nicht beantwortet werden können. Gefühle, die Geschichtsbücher nicht hergeben. Doch genau das wollten die Lehrer an der Gesamtschule Süd in Großenbaum ihren Schülern einmal bieten - Geschichte fühlen und erleben. Deshalb fand gestern in der Mensa der Schule Geschichtsunterricht besonderer Art statt.

Die beiden Schauspieler Oliver Weber (26) und Nicole Pilzecker (32) vom freien Jugendtheater "Weimarer Kulturexpress" stellten auf beeindruckende Weise die Geschwister Hans und Sophie Scholl in dem frei erfundenen Stück "Die weiße Rose" dar. So arbeiten sie die Frage auf, was die Geschwister in ihrer Haft kurz vor der Hinrichtung gedacht, gefühlt und erzählt haben könnten.

Weniger durch die Überlieferung als durch die frei erfundene Geschichte - wie hätte es sein können - wurden die Schüler der achten und neunten Klasse in eine Welt der Euphorie und der totalen Verzweiflung zwischen den Geschwistern entführt. Der geschichtliche Hintergrund mit all seinen Fakten wurde von den Schauspielern allerdings nicht außer Acht gelassen. Mit wenig Kulisse und Tamtamwebten sie vorstellbare Zeitsprünge in ihr Theaterstück ein, die alle wichtigen Stationen der Geschwister darstellen. Ein auch heute noch brisanter Stoff., der die Schüler zu einem intensiven Vorstellungsvermögen anregt und die Geschichte erlebbar macht.

"Das können wir im grauen Alltag der Theorie nicht erreichen", so Projektleiter und Lehrer an der Gesamtschule Ulrich Bender.

(St. Krüger,RP, 25.03.2006)

oben

Schwetzinger Zeitung

"Nachdenklich stimmende Aufführung beeindruckt Schüler"

"Warum spielen sie eigentlich dieses Stück?", fragte nach einer unter die Haut gehenden Theateraufführung ein Neuntklässler den Schauspieler Olover Weber und seine Partnerin Nicole Pilzecker vom Weimarer Kulturexpress.

"Damit ihr wisst, warum sich viele Schulen Geschwister-Scholl-Schule nennen und warum es Geschwister-Scholl-Straßen gibt. Und vor allem damit wir die nicht vergessen und ehren, die in einer dunklen Zeit deutscher Geschichte beispielgebend Zivilcourage zeigten und unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit, Menschenwürde, Toleranz und Menschlichkeit eintraten, so wie Sophie und Hans Scholl und ihre Freunde es taten", war die Antwort, die den resümierenden Schlusspunkt hinter einen betroffen machenden Schulvormittag setzte.

Vorausgegangen war die Aufführung des Theaterstückes von Patric Tavanti "Die weiße Rose - Die letzte Stunde im Leben der Geschwister Scholl", in welchem der Schriftsteller die letzten sechzig Minuten von Sophie und Hans Scholl vor ihrer Hinrichtung literarisch rekonstruierte.

Tavantis Bühnenstück ist kein Dokumentardrama, und will auch gar keines sein. Vielmehr soll der Blick auf den einzelnen Menschen gelenkt werden, sein Leben, seine Gedanken und Gefühle, die ihn zum Aufstehen wider das Unrecht um ihn herum veranlassen.

Den Zuschauern sollen die Geschwister Scholl als Menschen näher gebracht werden. Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugungen drängten diese jungen Menschen zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen. "Die weiße Rose - Die letzte Stunde im Leben der Geschwister Scholl" will auf emotionaler Ebene ansprechen, ganz im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry, der einmal sagte: "Nur mit dem Herzen sieht man gut!"

Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl - zusammen mit Christoph Probst - kurz vot ihrer Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, gemeinsam eine letzte Zigarette zu rauchen. Was sie in den letzten Augenblicken ihres jungen Lebens gesprochen haben ist nicht überliefert. Aber es könnte sich so oder ähnlich, wie von Patric Tavanti erdacht, erfühlt und niedergeschrieben, zugetragen haben. Und dass die Schimper-Realschüler dies auch "mit dem Herzen sehen" konnten, dafür sorgten die Darsteller des Weimarer Kultur-Express mit einer professionellen schauspielerischen Leistung.
(...)
Als der Schlussapplaus verklungen war, sah man auf den Gängen der Realschule nachdenkliche und betroffen grübelnde Schülergesichter: Eine gute Voraussetzung war geschaffen für die Aufarbeitung und Vertiefung der Thematik im fächerverbindenden Unterricht.

(fu, 21.11.2006)

oben

„Die weiße Rose“
Theateraufführung am Stromberg-Gymnasium

Blick in eine leere Zelle. Vogelgezwitscher. Dann ertönen Sirenen und hektisch verteilen die Geschwister Sophie und Hans Scholl Flugblätter vor den Klassen 9 bis 11 des Stromberg-Gymnasiums. Plötzlich sind die Schüler mitten drin im Geschehen und das, was man bisher nur aus den Geschichtsbüchern kennt, wird mit einem Mal real. Schüsse fallen und das Geschwisterpaar läuft davon.

So begann am vergangenen Donnerstagnachmittag am Stromberg-Gymnasium „Die weiße Rose“, eine beeindruckende und bewegende Vorstellung des Weimarer Kultur Express über die gleichnamige Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus und die letzten Stunden der Geschwister Hans und Sophie Scholl.

Und das Stück hat es in sich: Nicole Pilzecker und Oliver Weber gelingt es in dem Einakter von Patric Tavanti nicht nur, historisches Wissen an die Schüler heranzutragen, sondern sie sprechen durch ihre authentische schauspielerische Leistung vor allem auch die Emotionen der jungen Zuschauer an: „Die weiße Rose ist kein Dokumentardrama, es geht uns vielmehr um die im Unterricht selten zu beantwortenden Fragen nach dem einzelnen Menschen, seinem Leben, seinen Gedanken und Gefühlen, die ihn zum Aufstehen wider das Unrecht um ihn herum veranlassten.“ Eindrucksvoll lassen die Schauspieler in der gut einstündigen Aufführung durch die Gespräche und Erinnerungen der beiden Protagonisten die schrecklichen Geschehnisse der Nazizeit Revue passieren und geben Einblick in das tragische Schicksal zweier junger Menschen. Nachdem sich die Geschwister Scholl unter Einsatz ihres Lebens aktiv am Widerstand gegen Hitler und die Nationalsozialisten beteiligt hatten, werden sie 1943 beim Ausgeben von Flugblättern erwischt und zum Tode verurteilt. Ihre letzten Stunden verbringen sie gemeinsam in einer Zelle und erhalten kurz vor ihrer Hinrichtung die Erlaubnis, eine letzte Zigarette zu rauchen. Auch wenn nicht sicher ist, was sich in diesem Augenblick ihres Lebens abgespielt hat, so rekonstruieren die beiden Darsteller in verzweifelten, aber auch euphorischen Gesprächen und Monologen eine absolut eindringliche Möglichkeit dieser letzten Momente.

Nachdem die Schüler das Stück gebannt verfolgt hatten, bedankten sie sich zum Schluss mit umso lauteren Applaus bei den Akteuren für die gelungene Aufführung.

(25.01.2007, Susanne Vester, Stromberg-Gymnasium)

oben

Gießener Anzeiger

Tief empfundenes Mitgefühl drängt zum Handeln

"Weimarer Kulturexpress" führt "Die weiße Rose" auf - Leben und Gedanken von Hans und Sophie Scholl im Mittelpunkt

LAUBACH (st). Eine Theateraufführung des Stücks "Die weiße Rose" von Patrick Tavanti war am Mittwochmorgen der Höhepunkt der Beschäftigung mit dem Themenbereich "Widerstand im Dritten Reich", den die drei Realschul- sowie eine Gymnasialklasse der Friedrich-Magnus-Gesamtschule Laubach zuvor erarbeitet hatten. Dabei zeigten die beiden Schauspieler Oliver Weber als Hans Scholl sowie Christiane Schuller [gemeint sind: Samuel Dahn und Maren Hoff, p.t.] als Sophie Scholl eine beeindruckende Darstellung eines fiktiven Gesprächs zwischen den beiden zum Tode verurteilten Studenten kurz vor der Hinrichtung. Dabei stellt der "Weimarer Kulturexpress", eine mobile Jugendtheatergruppe, die schon drei Mal in der Gesamtschule zu Gast war, nicht die Darstellung der bekannten Fakten in den Mittelpunkt der Aufführung. "Es geht uns vielmehr um die im Unterricht selten zu beantwortenden Fragen nach dem einzelnen Menschen, seinem Leben, seinen Gedanken und Gefühlen, die ihn zum Aufstehen wider das Unrecht um ihn herum veranlassten. Wir wollen mit diesem Stück den Schülern die historischen Figuren Sophie und Hans Scholl als Menschen näher bringen und verständlich machen. Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugungen drängten diese jungen Menschen zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen", so die Selbstauskunft. Zuvor hatten sich die zehnten Klassen der Friedrich-Magnus-Gesamtschule in den Deutsch- und Geschichtsstunden mit dem Thema beschäftigt. Zum Auftakt des Projekttags stellte dann die Klasse R10C szenisch das Gedicht "Graben" von Kurt Tucholsky dar, ehe die Schauspieler des Weimarer Kulturexpress eine Einführung in das Stück gaben und ihr Anliegen, die Menschlichkeit der beiden historischen Figuren in den Mittelpunkt zu rücken, verdeutlichten. Im Anschluss an die gut eine Stunde dauernde Vorstellung hatten die Schüler die Gelegenheit in einem gemeinsamen Gespräch mit den Schauspielern, Fragen zu stellen und Anregungen sowie Kritik zu äußern.

(G.A., 08.02.07, Stiehl)

oben

Gießener Anzeiger

"Weiße Rose" fesselnd und intensiv dargestellt

Theatervorführung an der Altenstädter Limesschule

Der Weimarer Kulturexpress führte jetzt die "Weiße Rose" in Altenstadt auf. Es werden die letzten Minuten im Leben der Geschwister Scholl dargestellt. Marion Hoff spielt Sophie Scholl und Samuel Dahn spielt Hans Scholl. Das Geschehen spielt am 22. Februar 1943 in einem Gefängnis in NS-Deutschland. Die Geschwister sind zum Tode verurteilt, weil sie insgesamt sechs verschiedene Flugblätter verteilt haben. Zwischendurch werden Szenen aus dem früheren Leben der beiden Geschwister eingespielt. Die letzten Flugblätter wurden in einer Universität in München ausgeteilt, hier werden sie vom Hausmeister erwischt. Die Widerstandsbewegung "Die weiße Rose" bestand aus 80 Leuten, verteilt in ganz NS-Deutschland, zehn von den 80 Leuten gehören zum engeren Kreis. Zwei von den heute noch sehr bekannten Mitgliedern waren die 22-jährige Sophie und der 25-jährige Hans Scholl. Beide waren davon überzeugt, dass man dem Unrecht durch die Nazis nicht tatenlos zusehen darf. Einer müsse anfangen, Widerstand zu leisten.

Kampf für die Freiheit Es ging um die Demonstration der eigenen Freiheit und der Freiheit der anderen. Dafür waren Sophie und Hans Scholl bereit zu kämpfen und zu sterben. Sie riefen ihren Häschern zu: "Heute hängt ihr uns, aber morgen werdet ihr hängen". Ist es leicht, zu sterben, wenn man weiß wofür?

Die Geschwister Scholl wussten es, sie starben ungebrochen. Was hatte Hans Scholl an seine Zellwand geschrieben? "Allen Gewalten zum Trutz".

Den beiden Schauspielern gelingt es, die beklemmende Situation der Geschwister Scholl in der 65-minütigen Vorstellung überzeugend darzustellen. Ihr Spiel ist jederzeit fesselnd und intensiv.

(GA, 01.03.2007)

HOHENLOHER TAGBLATT

Die letzten Minuten von Hans und Sophie Scholl in der Todeszelle

''Weimarer Kulturexpress'' zu Gast - Schüler von Schauspiel gefesselt

Crailsheim* An der Realschule zur Flügelau war jüngst der '' Weimarer Kulturexpress'' mit seinem Theaterstück ''Die weiße Rose'' zu Gast. Die Schauspieler Oliver Weber und Nicole Pilzecker schlugen ein Kapitel deutscher Geschichte auf, den Widerstand im Dritten Reich.

Das Theaterstück stellt die letzten gemeinsamen Minuten des Geschwisterpaares Hans und Sophie Scholl dar, bevor sie nach Verkündung ihres Todesurteils zum Schafott geführt werden. In der Todeszelle kommen sich die beiden noch einmal nahe, erinnern sich an Freunde, an gemeinsame Momente und an ihren gefährlichen Weg. Sie erinnern sich an den Anfang des Widerstands, an die Ängste, die sie erlebten, an das nächtelange Arbeiten, an den Verrat und an die Erschöpfung in den endlosen Verhören der Gestapo.

"Die Schauspieler Oliver Weber und Nicole Pilzecker überzeugten mit ihrer emotionalen Spielweise." Foto: privat

Die Schüler der Klassen 9 und 10 waren wie gefesselt von der emotionalen Spielweise der Schauspieler und konnten sich ein Bild davon machen, wie sich die Geschwister gefühlt haben mussten, als sie gemeinsam ihre letzte Zigarette rauchten, um schließlich ruhig und getröstet in den Tod zu gehen. Ein stürmischer Applaus belohnte die Schauspieler für ihre Arbeit und ihre hervorragende Darstellung. Zum Abschluss gab es für die brennend interessierten Schüler reichhaltig Gelegenheit, ihre speziellen Fragen zur ''Weißen Rose'' und zum Berufsleben der Schauspieler zu stellen.

Der Besuch der Theatergruppe ''Weimarer Kulturexpress'' hat Spuren hinterlassen und wird dazu beitragen, dass die jungen Bürger Crailsheims die tapfereren Geschwister Scholl im Gedächtnis bewahren.

(HT,01.03.07,C. MAYER/ A. EBERHARDT)

oben

Saarbrücker Zeitung

Bewegendes Theaterstück über „Die Weiße Rose“

Weimarer-Kultur-Express spielte in Blieskasteler Geschwister-Scholl-Schule

Die letzte Stunde von Hans und Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung 1943 stand im Mittelpunkt eines Theaterstücks des Weimarer-Kultur-Express. Die Schüler im Blieskasteler Schulzentrum waren beeindruckt.

Blieskastel. Mit seinem Theaterstück „Die Weiße Rose – Die letzte Stunde der Geschwister Scholl“ gastierte der Weimarer-Kultur-Express, ein Zusammenschluss junger Schauspieler, jetzt auf Einladung der Geschwister-Scholl-Schule im Blieskasteler Schulzentrum. Die Schülerinnen und Schüler aller achten, neunten und zehnten Klassen nahmen mit ihren Lehrern an einer beeindruckenden Dokumentation der letzten Stunde von Sophie und Hans Scholl teil, die beide wegen ihrer Flugblattaktionen gegen das Naziregime am 18. Februar 1943 in München verhaftet wurden und schon vier Tage später, am 22. Februar 1943, im Gefängnis München-Stadelheim unter dem Fallbeil starben. Historisch überliefert ist die Tatsache, dass sich die Geschwister Scholl noch kurz vor ihrer Hinrichtung voneinander verabschieden durften. Die Zuschauer erlebten hautnah, wie sich dieses Treffen in der letzten Stunde ihres Lebens abgespielt haben könnte.

Patric Tavanti, der Autor des Theaterstückes, wollte die beiden Widerstandskämpfer der Gruppe „Die Weiße Rose“ jungen Menschen ganz bewusst auf emotionaler Ebene nahe bringen und ihnen zeigen, dass Hans und Sophie Scholl aus tiefer innerer Überzeugung handelten, dass beide trotz großer persönlicher Angst zum aktiven Widerstand gegen den Unrechtsstaat aufriefen und auch in ihrer letzten Stunde ihrer Überzeugung treu blieben.

Die Erinnerung an die Namensgeber der Schule wird traditionell in allen Klassenstufen der Erweiterten Realschule gepflegt, wurde der Name doch vor 15 Jahren durch die damaligen Redakteure der Schülerzeitung „Spickzettel“ angeregt. Die Initiative zur Theateraufführung hatte Geschichtslehrerin Benita Neumann ergriffen und Sponsoren für das Gastspiel gefunden. So mussten die Schüler selbst nur einen kleinen Beitrag leisten, nicht zuletzt wegen der großzügigen finanziellen Unterstützung des Fördervereins der Schule, vertreten durch seinen Vorsitzenden Werner Drobesch, und der Schule selbst. Auf Anregung von Schülern und Lehrern soll im Frühjahr vor der Schule ein Beet mit weißen Rosen zur Erinnerung an die Geschwister Scholl angelegt werden. Außerdem soll am Schulzentrum ein Schild mit dem Namen der Geschwister Scholl angebracht werden. red

oben
MLZ, 05.Mai 2007
oben
Untermain-Bote, 27./28.10.07
oben

Pirnaer Anzeiger

Weimarer Kulturexpress beeindruckte die Schüler der Mittelschule
,,Johann Wolfgang von Goethe“ Pirna

Im Rahmen der Woche des fächerverbindenden Unterrichts konnten die Schüler der Klassen 8 bis 10 ein Theaterhighlight in ihrer Aula erleben. Gespielt wurde ,,Die weiße Rose“ von Autor und Regisseur Patric Tavanti.

Dabei handelte es sich nicht um ein Dokumentardrama, sondern den Jugendlichen wurden die historischen Figuren Sophie und Hans Scholl als Menschen verständlich gemacht. Durch die ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen der beiden Darsteller konnten die Gedanken und Gefühle der Geschwister Scholl überzeugend nachempfunden werden.

Die letzten Augenblicke ihres kurzen Lebens standen im Zeichen der Erinnerungen an Lebenssituationen in der Familie und im Freundeskreis. Ihr Handeln wurde durch tief empfundenes Mitgefühl bestimmt. Kein Wunder also, dass die meisten Schüler nach der Vorstellung emotional ergriffen die Aula verließen.

Ein herzliches Dankeschön dem Weimarer Kulturexpress für die gelungene Veranstaltung.

(Angelika Köhler,pa, 24.10.2007

oben

Saarbrücker Zeitung (2008)

Die letzten Stunden der Sophie Scholl

Vor 1000 Schülern wurde in Wadern der Widerstand der weißen Rose lebendig

Wadern. Geschichte wurde lebendig. 65 Jahre nach der Verhaftung im Februar 1943 und dem Tod der Geschwister Scholl konnten rund 1000 Schüler aus Merzig-Wadern deren letzte Stunden miterleben. Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl (zusammen mit Christoph Probst) kurz vor der Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, zusammen eine letzte Zigarette zu rauchen. Was sie dort gesprochen hatten, ist nicht überliefert, doch es könnte sich so ähnlich, wie in dem Zwei-Personen-Stück des Weimarer Kulturexpress, zugetragen haben.

Das beeindruckende Spiel der beiden Schauspieler fesselte Schüler und Lehrer nachhaltig. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, etwa als Sophie Scholl in der Dunkelheit einen Briefkasten suchte, in den sie Briefe mit den Flugblättern "Der weißen Rose" werfen könnte.

"Wir wollen mit diesem Stück den Schülern die historischen Figuren Sophie und Hans Scholl als Menschen näher bringen und verständlich machen. Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugung drängten diese jungen Menschen zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen", so der Autor Patric Tavanti.

Die Aufführung des Stückes wurde vom Kreisjugendamt Merzig-Wadern in Zusammenarbeit mit der Erweiterten Realschule Wadern, der Erweiterten Realschule Merzig, der Peter-Dewes Gesamtschule und dem Hochwald-Gymnasium Wadern organisiert. (red)

oben

Hersfelder Zeitung

Wehren gegen Diktatur

Bad Hersfeld. "Liebe Sophie, ich glaube, dass es nur sehr wenige Menschen gab, die besonders als Frau so mutig gewesen sind wie du. Du hast dich mit deinem Bruder und deinen Freunden gegen Hitler gestellt und ...", so fängt ein Brief einer Schülerin aus der G9b der Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld an.

Am 22. Februar jährte sich Sophie Scholls Todestag zum 65. Mal. Das war der Anlass dafür, dass das Theaterstück "Die Weiße Rose - Die letzte Stunde der Geschwister Scholl" von Patrick Tavanti vom Weimarer Kulturexpress in der Gesamtschule Geistal aufgeführt wurde.

Zur Vorbereitung wurde in der Woche davor in verschiedenen Klassen der Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" gezeigt und mehrere Informationsblätter wurden verteilt, in denen es hauptsächlich um die "Weiße Rose" geht, die wohl bekannteste Widerstandsgruppe gegen Hitler.

Sophie und Hans Scholl wurden beim Verteilen von Flugblättern an der Münchner Universität vom Hausmeister erwischt. Sie wurden wegen Hochverrats, Wehrkraftzersetzung und Feindesbegünstigung festgenommen und schließlich hingerichtet. Sophie und Hans Scholl sind bis zu ihrem Tod der Überzeugung der "Weißen Rose" treu geblieben und haben ihre Freunde nicht verraten, sondern alle Schuld auf sich genommen.

Obwohl Sophie sich hätte retten können, stand sie zu ihrer Meinung. Diese Thematik trug das Theaterstück. Die beiden jungen Schauspieler hatten es sich zur Aufgabe gemacht zu zeigen, wie die letzten Minuten der Geschwister abgelaufen sein könnten.

Die Schüler der neunten und zehnten Klassen waren fasziniert von der tollen Darbietung der zwei Protagonisten. Auch der Uninteressierteste wurde von diesem Stück in seinen Bann gezogen, da es sehr gut verständlich dargeboten wurde. Die Gefühle und Gedanken der Geschwister wurden von einer sehr starken Mimik und Gestik begleitet und mit viel Ausdruck dargestellt.

Nach dem Theaterstück konnten die Schüler persönlich zu den Schauspielern gehen und spezielle Fragen zum Stück stellen. Die Mädchen und Jungen waren tief beeindruckt, sowohl vom Inhalt als auch von der Inszenierung. Eine Frage, die stellten sich viele: Hätten die Jugendlichen von heute auch den Mut und die Kraft gehabt, sich gegen eine Diktatur zu wehren und dafür ihr Leben zu riskieren?

(Larissa Völker, Cintia Toth, Saskia Spiell und Marvin Hemmenstädt,11.03.2008)
oben

Südwest Presse

Aller Gewalt zum Trutz Theater gastiert mit Stück "Die weiße Rose" in der Flügelau

Crailsheim. Der Weimarer Kulturexpress hat am vergangenen Freitag an der Realschule zur Flügelau in Crailsheim ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte aufgeschlagen: den Widerstand gegen Hitler und die Nazis.

Im Theaterstück "Die weiße Rose" stellten die jungen Schauspieler Anita Stenke und Andreas Meyer die letzten gemeinsamen Minuten des Geschwisterpaares Hans und Sophie Scholl dar, bevor sie nach Verkündung ihres Todesurteils durch den Volksgerichtshof am 22. Februar 1942 zum Schafott geführt werden. In der Todeszelle kommen sich die Geschwister noch einmal nahe, erinnern sich an Freunde, an gemeinsame Momente und an ihren gefährlichen Weg: an den Anfang des Widerstandes, an die Ängste, die sie dabei erlebten, an das nächtelange Arbeiten und Ringen um Standpunkte, an den Verrat des Hausmeisters der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität, der die Geschwister nach einer Flugblattaktion verhaften ließ, und an ihre Erschöpfung in den endlosen Verhören der Gestapo.

Die Schüler der Klassen 9 und 10 waren beeindruckt und gebannt von der engagierten und hochemotionalen Bühnenpräsenz der jungen Schauspieler. Man konnte realistisch nachvollziehen, wie sich die Geschwister Scholl vor der Hinrichtung gefühlt haben mussten, und man war tief berührt von dem verzweifelten Mut, mit dem Hans und Sophie gemeinsam ihre letzte Zigarette rauchten und dann ruhig und gefasst in den Tod gingen.

Ein stürmischer Applaus belohnte die Schauspieler für ihre hervorragende Darstellung. Zum Abschluss gab es für die interessierten Schüler Gelegenheit, ihre speziellen Fragen zur "Weißen Rose", zum Theater selbst und zum persönlichen Berufsleben der Schauspieler zu stellen. Der Besuch des "Weimarer Kulturexpress" hat an der Flügelau Spuren hinterlassen und wird dazu beitragen, dass junge Bürger Crailsheims zwei der tapfersten Kinder dieser Stadt und den Geist des Widerstands im Gedächtnis bewahren: "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten!" (Goethe). pm

(Quelle: swp, 02.12.2009,http://www.swp.de/)

(Quelle: http://www.swp.de/crailsheim/)
oben

Denn wer nur tatenlos zusieht, macht sich mitschuldig

Weimarer Kultur-Express mit »Die Weiße Rose« an der Rainald-von-Dassel-Schule /

Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl (gemeinsam mit Christoph Probst) kurz vor ihrer Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, Minuten vor ihrer Hinrichtung zusammen eine letzte Zigarette zu rauchen. Ob und was sie in diesen letzten Augenblicken ihres kurzen Lebens gesprochen haben, ist nicht überliefert. Aber es könnte sich so, wie es jetzt der Weimarer Kultur-Express in der Rainald-von-Dassel-Schule darstellte, zugetragen haben.

Dassel (sts). Mit dem Theaterstück »Die Weiße Rose - die letzte Stunde der Geschwister-Scholl« von Patric Tavanti zog der Weimarer Kultur-Express die Schüler der neunten und zehnten Klassen der Rainald-von-Dassel-Schule in seinen Bann. Das 60-minütige Zwei-Personen-Stück fesselte die Zuschauer, was sicherlich auch im ausdrucksstarken Spiel von Anita Stenke und Andreas Meyer begründet war. Die beiden Schauspieler ließen die Zuschauer mitfühlen. Denn »Die Weiße Rose« ist kein Dokumentardrama, das Fakten und Daten mit Zitaten aus Flugblättern, Tagebüchern und Briefen illustriert und damit das schon hinlänglich Bekannte präsentiert. Es geht vielmehr um den einzelnen Menschen, sein Leben, seine Gedanken und Gefühle, die ihn zum Aufstehen wider das Unrecht um ihn herum veranlassen: Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugungen drängten die jungen Widerstandskämpfer zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen. Nur wenige Monate, von Juni 1942 bis Januar 1943, war die Weiße Rose in München aktiv und steht damit für „das andere Deutschland“. „Wir waren zu wenige“, wird Sophie Scholl aber am Ende feststellen müssen, um sich „allen Gewalten zum Trutz“ entgegen zu stellen. Aber die Geschwister sind sich am Ende sicher, dass es nicht umsonst war. Das karge Bühnenbild und wenige Requisiten reichten dem Weimarer Kultur-Express aus, um Atmosphäre zu erzeugen. Sophie und Hans Scholl denken zurück an ihre guten Tage, sorgen sich um ihre Eltern und Freunde und erzählen, wie ihr Weg in den Widerstand führte. „Jemand musste anfangen, etwas zu tun. Denn wer tatenlos zusieht, macht sich mitschuldig.“ Und wer etwas wissen wollte, der könne es auch herausfinden. Aus diesem Bewusstsein heraus verfasst Hans Scholl Flugblätter. Er hat Grausamkeiten der Soldaten gesehen, hat gespürt, dass Trommeln und Jubelschreie dumm im Kopf machen. Die Nazis wollen eine „dumpf aufgepeitschte Masse“,  niemandem kann man mehr vertrauen. Eindringlich stellten Anita Stenke und Andreas Meyer die Geschwister Scholl dar. Lange Monologe und tiefe Dialoge zeichneten ein Bild, das die Schüler der Rainald-von-Dassel-Schule bewegt haben muss. Denn es wird deutlich: Das Leben der 22- und des 24-jährigen hatte einen Sinn. Thematisch war der Stoff bereits im Unterricht aufgearbeitet worden, doch dieses Theaterstück wird sicherlich dazu beitragen, dass „Die Weiße Rose“ nicht in Vergessenheit gerät. Finanziell unterstütz wurde die Aufführung durch den Förderverein der Schule.

( Quelle: Einbecker Morgenpost, 29.01.2010
http://www.einbecker-morgenpost.de/
)

Anita Stenke und Andreas Meyer vom Weimarer Kultur-Express beeindruckten die Schüler der Rainald-von-Dassel-Schule mit ihrer  Darstellung von Sophie und Hans Scholl.

(Quelle: Einbecker Morgenpost)

oben

Fotos von der Aufführung an der SSB2 in Nordhausen

Vorstellung vom 20.01.2010
(Quelle: http://www.sbbs2-ndh.de/)
oben

In der Todeszelle einen letzten Keks

Theater | „Nicht tatenlos zusehen“: Zwei Schauspieler vom „Weimarer Kulturexpress“ beeindrucken an den Beruflichen Schulen in Ahornberg als Geschwister Scholl.      

Ahornberg - In sich gekehrt haben die Schüler der Beruflichen Schulen des Landkreises Hof in Ahornberg das Schulgebäude verlassen: Grund für die Nachdenklichkeit war die Vorstellung von "Die weiße Rose - die letzte Stunde der Geschwister Scholl" des Tourneetheaters "Weimarer Kulturexpress".

Die beiden jungen Schauspieler Anita Schenkel und Andreas Meyer hatten kein Dokumentar-Drama mit Fakten, Daten und Zitaten gezeigt. Denn diese seien hinlänglich bekannt. Vielmehr ging es um die einzelnen Menschen, Gedanken und Gefühle, die sie zum Aufstehen gegen das Unrecht veranlassten. Die Darsteller brachten den Schülern die historische Figuren Hans und Sophie Scholl näher. Denn nicht nur historisches Wissen und philosophische Überzeugungen drängten diese jungen Menschen zum Handeln, sondern auch tief empfundenes Mitgefühl.

Emotionale Ebene

In den Klassen hatten die Schüler und Studierenden die Fakten kennengelernt. Nun wollten die Schauspieler das Thema auf emotionaler Ebene ansprechen. Anita Schenkel erinnerte vor Beginn an die Worte von Antoine de Saint-Exupére, die auch auf die Weiße Rose bezogen waren: "Nur mit dem Herzen sieht man gut." Die Schauspielerin appellierte an das Durchhaltevermögen der Schüler. Das anspruchsvolle Stück sei geprägt von langen Dialogen und Monologen, durchbrochen von Zeiten der inneren Einkehr, Ruhe und Stille.

Die Bühne zeigte eine spartanisch eingerichtete Gefängniszelle mit Eisenbett und schmutziger Matratze, Decke, Stuhl und Blecheimer. Hans Scholl hat an die Wand seiner Todeszelle, das Goethewort "Allen Gewalten zum Trutz" geschrieben.

Vom ersten Stock

Das Stück beginnt mit Vogelgezwitscher, durchbrochen vom Geräusch marschierender Soldaten. Die Schauspieler werfen, so wie die Scholls am 18. Februar 1943 in der Münchner Universität, vom ersten Stock der Ahornberger Schule Flugblätter in die zum Theater umgebaute Turnhalle.

Bereits am 22. Februar wurde das durch den "Blutrichter" Roland Freisler verhängte Urteil der Todesstrafe durch das Fallbeil vollstreckt. Etwa eine Stunde vorher erlaubte das Wachpersonal den Geschwistern, noch eine Zigarette zu rauchen. Dies ist historisch gesichert. Doch was sich außerdem während der letzten Augenblicke ihres kurzen Lebens zugetragen hat, ist nicht überliefert.

In Patric Tavantis Stück schaut Sophie traurig aus dem vergitterten Zellenfenster und sagt zu sich selbst: "So ein schöner Tag, und ich muss gehen." Bruder Hans tröstet sie: "Was zählt unser Tod, wenn Tausende aufgerüttelt werden." Und er gibt seiner Schwester den letzten Keks zu essen. "Ich soll jetzt in dieser Stunde essen?", sagt Sophie. Der antwortet: "Morgen werden wir es nicht mehr können."

In beiden läuft nochmals ihr Leben wie im Film ab. Sie denkt fast fröhlich an ihre Kindheit, ans Spiel auf der Wiese und an ihre Ausflüge in die Natur. Beide denken an die Zeiten zurück, als sie sich selbst für den Nationalismus begeistern konnten. Nicht die Vorhaltungen des Vaters, der im Gefängnis sitzt, weil er Hitler eine Geisel Gottes genannt hat, brachten sie auf den rechten Weg, sondern die zunehmend kritische Distanz zum Nationalsozialismus, der ihnen verbot, russische und norwegische Volkslieder zu singen.

Im Feindesland

Aber auch das plötzliche Verschwinden eines jungen Lehrers und die "Sache mit den Juden" regten zum Umdenken an. Hans erzählt von seiner Zeit als Soldat in Russland, wo ihm in der Weite des Landes klar geworden sei, wie unbedeutend der Einzelne ist. Bei seinen illegalen Besuchen bei Russen habe festgestellt, wie fröhlich und gastfreundlich die Bevölkerung im Feindesland sein konnte. "Wer etwas erfahren will, erfährt es, und wer etwas weiß, darf nicht tatenlos zusehen."

Sophie schwärmt von ihrem Freund Fritz, spricht mit ihm im Geiste: "Sei nicht traurig, dass ich tot bin." Die letzte Zigarette rauchen die Geschwister gemeinsam. Sophie sagt: "Ich habe Angst". Hans: "Ich auch." Sophie Scholl singt "Die Gedanken sind frei...", da trennen sie nur noch wenige Augenblicke vor dem Tod auf dem Schafott.

Andreas Meyer und Anita Schenkel spielen überzeugend authentisch. Bei einer zweiten Vorstellung sind die Schüler mit eingebunden, sie helfen beim Verteilen der Flugblätter, fragen, wie Zivilcourage sein sollte und was sie einbringt.

Die nötige Kraft

In der Diskussion fragt eine Schülerin, ob es nicht sehr anstrengend sei, dieses Stück zu spielen. Anita antwortete, dass sie sich mit Sport fit halte und dass ihr ein schönes Zuhause und viel Schlaf die nötige Kraft gäben. Die intimste Frage stellte eine Schülerin: "Würden Sie persönlich auch so handeln, wie Sie es im Theater gezeigt haben?" Anita meint, dass man dies nie im Voraus wisse, wie man in solchen Extremsituationen handeln würde. Jeder Mensch habe Angst vor dem Sterben. "Deshalb kann ich nicht sagen, was ich tun würde."

(FP, Helmut Engel, 12.04.2010)

(Anita Schenkel und Andreas Meyer
als Geschwister Scholl in der Zelle. Foto: Engel)
oben

Weimarer Kultur-Express zu Gast
an der Gesamtschule Schenklengsfeld

Eingeladen vom Fachbereich Deutsch der Gesamtschule gastierte der Weimarer-Kulturexpress letzten Donnerstag in der Sporthalle der Gesamtschule und präsentierte den Schülern und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen das historische Bühnenstück 'Die Weiße Rose'.  Runde 60 Minuten hielten die beiden jungen Schauspieler (Anita Stenke und Andreas Meyer) das Publikum fest in ihrem Bann - wen wundert es - waren es doch die letzten 60 Minuten von Hans und Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung.

Historisch gesichert ist, dass Hans und Sophie Scholl, beide Mitglieder der Widerstandsbewegung 'Die weiße Rose', von den Nationalsozialisten am 22. Februar 1943 im Gefängnis München-Stadelheim auf dem Schafott (Fallbeil) hingerichtet wurden - wegen Hochverrat und Wehrkraftzersetzung.  'Es lebe die Freiheit', erklärte der 25-jährige Münchner Medizinstudent Hans Scholl vor seiner Hinrichtung. Und seine 22-jährige Schwester Sophie, Biologie- und Philosophiestudentin, sagte dem Volksgerichtshof: 'Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen.'  Nun, was hatten sie getan - seit Mitte 1942 hatten sie in München Flugblätter verteilt mit Slogans wie z.B. 'Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur verlängern!'  Dabei wurden sie vom Hausmeister der Münchener Universität erwischt und an die Gestapo denunziert.

Im Stück sind Sophie und Hans Scholl zusammen in einer Zelle und warten auf ihre Hinrichtung; abwechselnd voller Angst, großer Beklemmung und dann doch wieder mit Mut dem Tod ins Auge sehend, reflektieren sie (in Rückblenden) ihre Taten des Widerstands und beschließen erhobenen Hauptes dem Regime auch im Moment des Todes zu 'trutzen'.   

Zur Bühne: Die spärliche Kulisse einer tristen Gefängniszelle, eine handvoll Requisiten, ein paar zusätzliche Beleuchtungsstrahler - mehr war da eigentlich nicht!  Mehr brauchte das Zwei-Personen Bühnenstück auch nicht; die schauspielerische Leistung, die Bühnenpräsenz und die Rasanz und der Gehalt der Dialoge der beiden jungen Darsteller waren von hoher Qualität und geeignet, die Spannung permanent hoch zu halten und eine echte Betroffenheit bei dem jungen Publikum zu erzeugen.

So war es auch kaum verwunderlich, dass nur wenige Schüler die Gelegenheit nutzten, den Schauspielern nach Ende der Aufführung Fragen zu stellen - vielen fehlten aus Betroffenheit schlicht die Worte.        

Bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft 'außerschulische Kultur' an die Gesamt­schule geholt werden kann - dem Förder­verein sei an dieser Stelle und in dieser Sache herzlich gedankt für die freundliche finanzielle Unterstützung (2 € Zuschuss für alle Schüler/innen) - wie für so viele andere Veranstaltungen in der Vergangenheit.

oben